Lionheart – Welcome To The West Coast II

Band Lionheart
Musikrichtung Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
5

Es gab im letzten Jahr ein Phase im Hardcore, die für Fans wirklich nicht die Schönste gewesen ist: Boysetsfire veranschlagten eine Pause, Expire und Lionheart gaben ihre Abschiede bekannt und tourten ein letztes Mal, und ebenso taten dies Light Your Anchor und Gone To Waste.
Wem bei diesen Geschehnissen nicht ein durchdringendes „Scheisse!“ durch den Kopf ging oder sogar über die Lippen fuhr, der lebt und liebt Hardcore einfach nicht.

Nun denn, da es aber halt auch innerhalb genannter Szene auch Fans gibt, die in den jeweiligen Bands spielen und daher diese Musik und die Szene leben und lieben, kam es Mitte 2017 zu einem wunderschönen Ereignis: Lionheart verkündeten offiziell ihr Comeback – nach gerade mal einem Jahr der Abstinenz. Neues Album und neue Tour inklusive.

When we announced our breakup, over a year ago, we meant it. Balancing jobs and personal lives w/ trying to tour full time was impossible, so we chose to take a step back. However, it wasn’t long before we all missed it. This is what we’ve known for over a decade and this is who we are. We all miss playing shows and releasing music, so fuck it: We are back. We’ll never be a full time band again, but close friends of ours have encouraged us to join them on a short run, so we will share that info later today. We never should have broken up in the first place, but we’ve been fucking up since day 1 so why change now? Life is short. See you soon. LHHC.

Mit diesen schönen Worten beendeten Lionheart am 27.Juli ihren Rückzug. Somit konnte man sich auf eine neue Scheibe und auf Konzerte in Deutschland mit Get The Shot und Nasty freuen.

youtu.be/NBhN5PewIgM

„Welcome To The West Coast II“ heißt das neue Album – oder viel mehr die „Maxi-EP“ der Band. Auf dem Tönträger befinden sich nämlich 10 Tracks, welche in knapp 26 Minuten durch sind. Wobei „Unhinged“ nur sinnloses Geplapper auf einem Anrufbeantworter ist.
Aber wie fett ist das Ganze mal wieder? Lionheart haben es einfach im Blut, bösen, bissigen Hardcore zu produzieren, der mit einer gewissen Prolligkeit und einem Schuss Beatdown einfach durchgehend Spaß macht.
„LHHC“-Sprechchöre eröffnen im Song „Cali Stomp“ den kompletten Abriss. „Still Bitter Still Cold“ zeigt alles, was Lionheart ausmacht: Fiese, tiefe Gitarren, ein durchdringendes Schlagzeug und die unvergleichliche Stimme von Rob Watson zeigen uns den Sound of a heart grown cold, der auch 2017 noch viele Fans ansprechen wird.

Auf ein schnelleres „Shelter“ folgt dann auch sogleich eine weitere Auskopplung, die ein Video erhalten hat: „Cursed“ schiebt wieder in eher gemächlichem Tempo daher, mit einem eindringlichen Riff, welches im Hintergrund seine Note aber ganz klar aufdrückt.
Mit „Trial By Fire“ und „Vultures“ folgen dann zwei unverkennbare Songs in klassischer Lionheart-Manier. Man weiß mit dem ersten Ton bereits, wer hier zu Werke geht. Und das ist nach wie vor nicht verwerflich und auch keines Falls nachteilig gemeint. Lionheart haben ihre Fangemeinde schließlich nicht durch Experimetelles aufgebaut, sondern durch ehrlichen, moshigen und einfachen Sound ohne Schnörkel.
„Thirty Years“ und „Treading Water“ führen dann in ebenso typischer, aber durchaus überzeugender Art den Werdegang dieser Band weiter bis zum krönenden Abschluss: „LHHC 2017“, eine Neuauflage des Klassikers von der 2014er EP „Welcome The The Westcoast“ mit abgewandeltem Text, der auch live garantiert wieder für höher schlagende Herzen und fette Pits sorgen wird.

youtu.be/gSojGEFM22c

Zum Gesamtpaket bleibt zu sagen, dass Lionheart zurück sind: Zum Glück. Fette Gitarren, fette Drums, eine Stimme, die man einfach erkennt und ein Talent zu einem Songwriting, welches jeden Hardcore-Fan überzeugen sollte. „Welcome To The West Coast II“ ist zwar nicht unbedingt das Beste, was die Band bisher fabriziert haben, aber es reiht sich passend in die Diskografie der Kalifornier ein und fällt auch nicht negativ auf. Gerne mehr davon. Und auch ein Abstecher zur gemeinsamen Tour mit Nasty lohnt sich bestimmt!

Autor Tobi van de Wildmannen
Wohnort Tacherting
Beruf Monteur (Mobilfunk)
Dabei seit September 2016
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews, Berichte
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