Lirr. – Ritual

Album Ritual
Band Lirr.
Musikrichtung Emo, Post-Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
6

Flensburg darf sich über eine neue, vielversprechende Emo-Krach-Band freuen. Obowhl es Lirr. bereits seit zwei Jahren gibt, erblickt nun mit „Ritual“ die erste Auskopplung der Band das Licht der Welt. Dem ein oder anderen mag der Sänger vielleicht bekannt vorkommen, doch hat Leif Marcussen seine Akustikgitarre gegen eine Menge Pathos und E-Gitarre eingetauscht und sich u.a. mit Joe Reinke von Wind und Farben zusammengetan.

“‘Skin on skin / so the cold will disappear / it will creep into our beds / and will stay there until it’s burned“

„Ritual“ ist zwar bloß eine EP mit vermeintlich vier Tracks, jedoch haben derlei Grenzen für Lirr. schon bei den Aufnahmen keine Rolle gespielt und so nahm man die EP in einem Durchlauf live auf. Von Konzeptalbum zu sprechen wäre zwar etwas übertrieben, aber der rote Faden beginnt bei „Teeth“, schlängelt sich durch „Skin“ und „Floor“ endet bei „Tounge“. Mit jeweils zehn Minuten pro Seite kann man also nicht gerade von einer kleinen EP sprechen, wobei keine Sekunde zu lang oder künstlich wirkt. Man spürt förmlich die Atmosphäre des Aufnahmeprozesses und lässt sich Tief in diesen Wirbelwind aus Emo und Post-Hardcore ziehen.

Es ist ein gutes Gefühl, zu wissen, dass selbst wenn die große Emo-Revival-Welle etwas abebbt, hier und da doch Kerben in die deutsche Musiklandschaft geschlagen werden. Lirr. erschaffen durch ihren interdisziplinären Sound eine eigene, wenn auch sehr kalte, Welt und laden in diese herzlich ein. Bleibt zu hoffen, dass sich die Zeit zur ersten Full-Length nicht all zu lange hinzieht.

Autor Hero Perduns
Wohnort Osnabrück
Beruf Student
Dabei seit Oktober 2015
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