Madball – For The Cause

Band Madball
Musikrichtung Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
6

Was Blink-182 für den Pop-Punk sind, Pennywise für den Skatepunk oder der WuTang-Clan für klassischen Gangsterrap, das sind wohl Madball für den New Yorker Hardcore der alten Schule. Aber Madball selbst sind gewiss keine dementen alten Herren, die sich nicht entwickeln können und seit Jahren die gleiche Musik abliefern. Ganz im Gegenteil: Dank Sponsoringdeals mit mehreren Anbietern, darunter eine große Energydrink-Marke und eine Gitarrenfirma, ist das Geld für Headlinertourneen rund um den Globus reichlich vorhanden und sogar das weltbekannte Wacken Festival hat die Jungs gebucht. Was will man mehr, wenn man von dem Leben kann, was man im Grunde seit zwei Jahrzehnten durchgehend lebt und auch liebt.

Nun zu „For The Cause“, dem inzwischen neunten Album der New Yorker Hardcore-Legenden. Da Madball mit ihrem letzten Longplayer „Hardcore Lives“ vor inzwischen bereits vier Jahren ja einen absoluten Knaller des Oldschool Hardcore veröffentlicht haben, blieb abzuwarten, ob das auch beim Nachfolger so sein würde. Die Antwort ist kurz: Jain. Denn eine Steigerung war ja fast nicht möglich. Zum Anderen muss man allerdings betonen, dass Madball grundsätzlich für Qualität stehen und nicht umsonst seit gut 20 Jahren an der Spitze des Genres zu finden sind.

Der Opener „Smile Now Pay Later“ macht die Stärken der Band gleich zu Anfang des Albums deutlich: Alles, was man als geneigter Hardcore-Fan braucht, ist zu hören. Gangshouts, Moshparts, angepisste Vocals und ein schöner Breakdown am Ende.
Beim zweiten Song „Rev-Up“ geht das Tempo dann ebenso steil nach oben, das Gaspedal wird einmal komplett durchgetreten. Hier merkt man, wie gut das Songwriting und die Produktion des Albums gelungen sind. Die Band weiss, wie man Hardcore macht und kocht gekonnt alte Rezepte in einem neuen Gewand wieder auf, ohne dass sie fade schmecken.

Weiter geht’s dann im Midtempo und mit viel Melodie bei „Freight Train“, mit starken Tempowechseln bei „Tempest“ und einer klassischen, nicht zur schnellen Hardcorenummer, passend „Old-Fashioned“ betitelt.
Nach „Lone Wolf“ und „Damaged Goods“ findet sich dann der vermutliche Tophit der Scheibe wieder und gleichzeitig auch das zweite Fearture nach dem Gastauftritt von Rapper Ice-T in „Evil Ways“: „The Fog“ feat. Tim Armstrong von Rancid. Und natürlich hat dieser seine unverkennbare Stimme und seine unverkennbare Art zu singen dabei. Dementsprechend kann man sich hier einen Ohrwurm einfangen, der garantiert einige schöne Momente bei Konzerten generieren wird.

Im Großen und Ganzen kann man „For The Cause“ als wirklich gelungen bezeichnen. Madball bewegen sich auch auf ihrem neunten Album in eigenen Sphären, die für manch andere Bands nur schwer zu erreichen sind. Und da man auf Konzerten sieht, dass sie das, was sie auf ihren Tonträgern versprechen, auch wirklich halten, ist auch ihre Authentizität nicht infrage zu stellen. Wir haben es hier wieder mit einem klaren Anwärter zum Hardcorealbum des Jahres zu tun.

Autor Tobi van de Wildmannen
Wohnort Tacherting
Beruf Monteur (Mobilfunk)
Dabei seit September 2016
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