Make Do And Mend/The Flatliners – Split

Album Split
Label Rise Records
Musikrichtung Post-Hardcore, Punk
Redaktion
Lesermeinung
6

Es ist mal wieder Split-Zeit und, man glaubt es kaum, Touche Amore haben nicht ihre Finger im Spiel! Da man mit dem neuen Album im Herbst offenbar genug Pulver verschießt, hat man den Staffelstab schnurstracks an die Wave-Kumpels von Make Do And Mend weitergereicht, die sich für ihren zweiten Rise Records-Output die kanadische Punkkapelle The Flatliners an Bord geholt haben. Nachdem „Everything You Ever Loved“ die Musikwelt nicht gerade im Sturm erobert hat (wohlwollend ausgedrückt), wird jetzt mit zwei neuen Songs nachgebessert – ohne große Überraschungen.

Das ruhigere „Tell Me“ ist nämlich ein fast etwas zu dreist upgedatetes „Desert Lilly“. Da das Original nun aber einer der wenigen wirklichen Lichtblicke auf der letzten LP war, sollte man mal nicht zu kritisch sein und sich lieber freuen. Zumal „Don’t“ ebenfalls ein Grund zur Freude ist, weil man sich netterweise dazu entschlossen hat wieder mit spürbar mehr Biss zur Sache zu gehen. Am angenehmen Gesamteindruck der MDAM-Seite ändert dann selbst das insgesamt eher banale textliche Niveau der Songs nicht, da entsprechend begleitet auch Zeilen wie „show me something life won’t break and tell me something time can’t take away“ ordentlich mitreißen. Allein schon der Riff vor dem letzten Refrain („Tell Me“) rechtfertigt diese 7“.

Nach der deftigen Melancholieportion aus Boston übernehmen die Flatliners und pinnen unumwunden die Sonne an den sehnsuchtsroten Wolkenhimmel. Ihr markig-melodischer Punkrock macht von vorne bis hinten Spaß und hat dazu in „Daggers“ noch eine amtlichen Mitsing-Pflicht im Gepäck. Denn auch wenn Sänger Chris Cresswell nicht über den Spaß an der Freude singt, verhagelt ihm das noch lange nicht die Laune „and when you’re playing that guitar you’re really playing me, it’s six strings stretched out are my heart” .

Zusammen ergeben die vier Songs eine Split zweier recht unterschiedlicher Bands, die sich sound- wie stimmungstechnisch optimal ergänzt und nur in der jeweiligen Diskographie unterschiedlich einzureihen ist: Für die Flatliners ist sie ein fixer Appetitanreger in Hinblick auf die neue Platte „Dead Language“ (kommt im September) und für Make Do And Mend hoffentlich ein wohlkalkulierter Fingerzeig in eine Zukunft, die „Everything You Ever Loved“ vergessen macht – ja, das war jetzt nicht mehr ganz so wohlwollend.

Autor Benjamin Fischer
Wohnort Frankfurt
Beruf Journalist
Dabei seit Juni 2010
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Koordination Interviews, Redigat
Top-Alben The Gaslight Anthem - The '59 Sound / The National - High Violet & Trouble Will Find Me / Bon Iver - Bon Iver
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