Make Them Suffer – Worlds Apart

Album Worlds Apart
Label Rise Records
Musikrichtung Metalcore
Redaktion
Lesermeinung
6

Make Them Suffer könnten glatt als Musterbeispiel dafür durchgehen, wie man sich stetig weiterentwickeln kann, ohne dabei die eigene Identität über Bord zu werfen. Aus dem finsteren, leicht Black Metal angehauchten Deathcore, der auf der EP „Lord Of Woe“ und dem Debütalbum „Neverbloom“ zelebriert wurde, wuchsen die Australier 2015 mit ihrem zweiten Album „Old Souls“ schnell heraus. Mit „Old Souls“ fanden Make Them Suffer endgültig ihren ganz eigenen Sound. Maßgeblich daran beteiligt war Keyboarderin und Sängerin Luisa Burton, die eben jene Töne beisteuerte, welche die Band so einzigartig machten. Umso mehr mussten Fans schlucken, als vor dem Release des Neulings „Worlds Apart“, die Nachricht die Runde machte, dass Luisa kein Teil der Band mehr sei. Zum Glück wurde aber für adäquaten Ersatz gesorgt und so wurde nicht nur Jaya Jeffery als neuer Bassist, sondern auch Booka Nile als neue Keyboarderin, bzw. Sängerin begrüßt.

Letztere macht ihrer Vorgängerin alle Ehre und sorgt nicht zuletzt dafür, dass „Worlds Apart“ vor allem eines ist – unglaublich atmosphärisch! So beginnt etwa „Uncharted“ mit verträumten Klavierklängen, bei denen man sich glatt eine einsame Nacht unter dem Sternenhimmel herbeisehnt, um die volle Wirkung der Klänge zu entfalten. Aus den kalten, trostlosen und unbarmherzigen Klaviertönen auf „Lord of Woe“ und „Neverbloom“ haben sich warme und tröstende Töne entwickelt, die nicht mehr nach Tod und Verderben schreien, sondern dem Hörer behutsam Hoffnung ins Ohr flüstern. Zusammen mit ihrem fast hypnotischen Gesang und wohldosiert eingesetzten Samplern, entwickelt sich eine schwer zu fassende Atmosphäre. „She wants to take you to a higher place“ („Grinding Teeth“) kann man daher beinahe als Programm verstehen.

Nach Kindergeburtstag klingen Make Them Suffer natürlich trotzdem nicht. Enormes Kapital schlägt „Worlds Apart“ nämlich auch aus seiner komplexen Gitarrenarbeit, deren Spanne von verträumt („Uncharted“) bis hin zu kantig und schrill („Power Overwhelming“) reicht. „Vortex (Interdimensional Spiral Hindering Inexplicable Euphoria)“ (ja, heißt wirklich so) beginnt fast so böse wie „Weeping Wastelands“ der „Lord Of Woe“-EP – schließlich werden einem nicht nur die Drums um die Ohren geschlagen, auch Sänger Sean Harmanis offenbart, welch Biest in ihm steckt. Letzterer läuft auf „Worlds Apart“ zur Höchstform auf und überzeugt nicht nur mit satten Shouts, sondern auch mit markerschütternden Screams und grollenden Growls. Ganz besonders gefällt Harmanis jedoch in „The First Movement“ mit unglaublich gut betonten Shouts und nicht zuletzt in „Save Yourself“, welches mit seinem Sprechgesang und aufbauschender instrumentaler Kulisse nicht nur den Endpunkt, sondern auch den emotionalen Höhepunkt des Albums bildet.

„Worlds Apart“ ist kein Album für Bus und Bahn. Seine volle Wirkung entfesselt es erst, wenn man sich Zeit für die Australier nimmt – und das lohnt sich! Make Them Suffer gehören mit ihrem nunmehr dritten Album endgültig zu den spannendsten und aufregendsten Core-Bands auf dem Markt. Umso gespannter darf man sein, was uns Make Them Suffer in Zukunft noch alles präsentieren werden.

Autor Joshua Claaßen
Wohnort Goch
Beruf Schüler
Dabei seit Oktober 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews
Top-Alben Ständig im Wandel, zu meinen Favoriten gehören aber auf jeden Fall: Stick To Your Guns - Diamond, Being As An Ocean - How We Both Wondrously Perish / Dear G-d, The Ghost Inside - Get What You Give, The Amity Affliction - Let The Ocean Take Me
Die besten Konzerterlebnisse Kann ich mich nicht festlegen, Stick To Your Guns und Being As An Ocean sind live aber immer ein absolutes Highlight!

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