Makthaverskan – III

Album III
Musikrichtung Punk
Redaktion
Lesermeinung
5

Die Schweden können das mit der alternativen Musik, oftmals besser als Kollegen aus Übersee. Makthaverskan stehen für verträumten und doch geradlinigen Post-Punk versetzt mit Dream-Pop-Elementen und Shoegaze-Spielereien. Mit ihrem neuen Album „III“ machen sie einmal mehr deutlich: Im tiefsten schwedischen Winter lässts sich scheinbar richtig gut Musik schreiben.

Wie die befreundeten Westkust veröffentlichen Makthaverskan über das bostoner Kultlabel Run For Cover – man darf sich also als mehr als eine regionale Sache bezeichnen und hat längst Fans über die Landesgrenzen hinaus begeistern können. Die drei Jahre, die zwischen dem Vorgänger „II“ und dem neuesten Streich des Fünfers vergangen sind machen sich bermerkbar. So klingt der Sound erwachsener und düsterer, mehr Post und Punk also als die verträumten Spielereien die natürlich trotzdem noch wohl platziert ihre Berechtigung finden. Eine Stimme wie aus den Hochzeiten der 80er säuselt honigsüß über wabernde Soundteppiche und brennt sich nachhaltig in den Gehörgang. Wummende Basslines weichen immer wieder mollig verzerrten Gitarren um im Handumdrehen das Tempo wieder merklich anzuziehen. Makthaverskan geben sich wieder außerordentlich tanzbar, sind sich aber auch nicht zu schade mit „To Say It As It Is“ eine kleine Ballade zwischen den zur Bewegung einladenden Stücken zu verstecken. Der Song stellt jedoch keine Reiß-Gefahr für den deutlichen roten Faden dar: „III“ wirkt wie aus einem Guss und reiht sich nahtlos in die bandeigene Diskografie ein.

Run For Cover haben mal wieder guten Geschmack bewiesen: Makthaverskan sind Konsensband und Publikumsliebling zugleich, bestechen durch einen eigenen wie retrolastigen Sound, reißen mit und laden doch zum träumen ein. Bilder vom schwedischen Winter kommen einem da vielleicht als letztes in den Sinn.

Autor Sascha Schüler
Wohnort Wechselt
Beruf Nein
Dabei seit Juni 2010
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