Miss Platnum – Ich war hier

Album Ich war hier
Musikrichtung Hip Hop, R n' B
Redaktion
Lesermeinung
6

Miss Platnum ist mittlerweile ein fester Bestandteil der deutschen HipHop- und R n‘ B-Szene. Sie hat Erfolg, ob mit ihren Homies Marteria und Yasha oder alleine. Daran wird auch ihr fünftes Album „Ich war hier“ kaum etwas ändern.

Pulsierende Beats und schöne Samples bilden die musikalische Grundlage des neuen Albums. Die aus Rumänien stammende Sängerin wirkt auf dieser Platte noch reifer als auf dem Vorgänger „Glück und Benzin“. Ihre klare, angenehme Stimme tritt schön hervor. Sie singt jeden Song mit einer gewissen Perfektion, jeder einzelne Track ist durchkomponiert. Auch auf „Ich war hier“ bleibt Miss Platnum der deutschen Sprache treu. In philosophischen aber auch sehr realitätsnahen Texten beschäftigt sie sich mit ihrem Leben. Ein Highlight ist der Titelsong „Reise (Ich war hier)“. Der eher langsame Song klingt nach Aufbruch und Veränderung. Ein motivierender Track, sich zu verändern und etwas Neues auszuprobieren: „Ich spring‘ auf den Zug, lass die Weichen entscheiden. Ich bin auf der Reise, um zu beweisen, dass es stimmt, dass nach dem Schließen der Kreise etwas Neues beginnt.“ Aber auch „Köpf‘ die Flaschen“ lässt sich gut hören. Hier zeigt sich die Sängerin von einer eher zerbrechlichen Seite und singt über ihren Liebeskummer und Wege, damit umzugehen. „Und wieder stehe ich nackt vor dir, all unsere Scherben liegen vor mir. Ich köpf‘ die Flaschen und lass mich gehen. Ich pump‘ das Gift in meine Venen.“ An anderer Stelle fühlt sich der Hörer an Luciletric und ihren Hit „Weil ich ein Mädchen bin“ erinnert. „MDCHN (Mädchen sind die besseren Jungs)“ ist eine Hymne an die Frauen, sich selbstbewusster zu zeigen. „Wir gehen nicht heimlich weinen, müssen nicht verbluten, wenn wir uns in den Finger schneiden.“

„Ich war hier“ ist eine gelungene Platte. Miss Platnum schafft es hiphoplastige Beats mit ihrer tollen Stimme zu einem großen Ganzen zu vereinen ohne, dass dem Hörer langweilig wird. Hoffentlich bleibt sie noch lange hier.

Autor Denise Frommeyer
Wohnort Mainz
Beruf Redakteurin
Dabei seit November 2014
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