Montreal – Schackilacki

Album Schackilacki
Band Montreal
Musikrichtung Pop-Punk
Redaktion
Lesermeinung
5

Nach 14 Jahren, fünf Alben und diversen Touren im In- und Ausland wissen Montreal, wer sie sind und womit sie sich wohlfühlen. Auch bei ihrer sechsten Full Length „Schackilacki“ läuft der Hase nicht anders – Abwechslung, Veränderung oder Innovation sind an dieser Stelle also weder zu finden, noch muss man sie gar nicht erst erwarten. Montreal bleiben nach wie vor ihrem selbstironischen Pop-Punk treu. Anderes wäre bei diesem Trio auch schlicht falsch.

Yonas, Hirsch und Max Power singen von Freundschaft und Liebe. Ganz so simpel, wie die Texte zumindest beim ersten Durchgang klingen, sind sie allerdings kaum. Montreal machen sich seit Jahren Gedanken um die Entwicklung der Punk-Bewegung in Deutschland. In Interviews haben sie sogar schon gesagt, dass das Erstarken der AfD auch etwas Gutes hätte: So habe die Punk-Bewegung endlich wieder ein Feindbild. Sicherlich ist auch dies mit einem Augenzwinkern zu verstehen, doch trotzdem – obwohl die Herren nicht viele politische Lieder haben, machen sie aus ihrer Meinung keinen Hehl. Verpacken diese nur nicht in Parolen, sondern in ein zeitloseres Gewand.

„Idioten der Saison“ ist so nicht nur auf Personen und Ereignisse aus der jüngsten Vergangenheit zugeschnitten, sondern passt zu vielem, was in den letzten Jahrzehnten passiert ist und wahrscheinlich in den nächsten Jahrzehnten passieren wird. Bei Möglichkeit wollen Montreal Impulse und Denkanstöße geben – der Spaß und Witz steht dennoch im Vordergrund. Ihre Antwort auf alle Aluhutträger könnte mit „Musik in meinen Ohren“ so kaum besser sein: „Kein Mensch war jemals auf dem Mond, nichts, was in der Zeitung steht, ist wahr – das stellte sie schon gleich zu Anfang klar. Snowden ist ein russischer Spion, der Mord an Lady Di war gut geplant und wurde als Verkehrsunfall geplant.

Wer bislang noch kein Fan von Montreal war, wird es durch „Schackilacki“ auch nicht werden. Dafür klingt der flotte, tanzbare, poppig-melodische Punkrock einfach zu sehr nach allem, womit die Herren bereits in den letzten Jahren aufgewartet haben – lediglich „Kino?!“ oder „Was ich will“ versuchen, sich vom Pop zu befreien. Das Album ist zweifellos kein Meisterwerk, aber dennoch unbestreitbar gut und genau das, was die Hamburger ausmacht.

Autor Leonie Wiethaup
Wohnort Nähe Münster
Beruf PR-Assistenz
Dabei seit Februar 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews, News, Gewinnspiele
Top-Alben Apologies, I Have None - London; The Wonder Years - No Closer To Heaven; Cold Reading - Sojourner; Shoreline - You Used To Be A Safe Place
Die besten Konzerterlebnisse Jimmy Eat World @ Skaters Palace, Münster, Frank Carter & The Rattlesnakes @ Dour Festival, The M-Pire Strikes Back-Festival 2016

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