Motionless In White – Disguise

Album Disguise
Musikrichtung Metalcore
Redaktion
Lesermeinung
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Dass Motionless White schwer zu verwechseln sind, liegt nicht zuletzt an ihrem charismatischen Auftreten. Bleiche Gesichter, schwarz umrandete Augen, Nieten und Ketten – rein optisch liegt der Vergleich mit Marilyn Manson gar nicht so fern. Musikalisch hinkt der Vergleich zugegebenermaßen ein wenig, wenngleich sich sicherlich die ein oder andere Parallele finden lässt. Annähernd so skandalträchtig wie Manson sind Motionless In White sowieso nicht. Das „Horror-/Grusel-Image“ aber teilen beide durchaus. Folgerichtig präsentierte die Band im Vorfeld der Veröffentlichung ihres fünften Studioalbums „Disguise“ nicht nur drei unbehagliche Teaser-Videos, sondern auch ein reichlich verstörendes Musikvideo zum Titeltrack (siehe weiter unten).

Musikalisch kommt „Disguise“ eher wenig überraschend daher und pendelt sich, wie schon das zwei Jahre alte „Graveyard Shift“, irgendwo zwischen Metal und Alternative Rock ein. Der angesprochene Titeltrack beschreitet in diesem Sinne den Mittelweg, Songs wie „Thoughts & Prayers“ oder „Broadcasting From Beyond the Grave: Death Inc.“ den härteren, „Another Life“ oder „Brand New Numb“ eher den zahmen Weg. Chris „Motionless“ Cerullis energische Stimme kommt dabei wie immer stark zur Geltung. Zwar gehören auch die elektronische Effekte zweifelsohne zum Sound der Herren, das Effektgefrickel wirkt teilweise aber fast ein wenig zu übergriffig (etwa in „</c0de>“ ) – wenngleich sich daran vermutlich die Geister scheiden.

Als Griff nach den Sternen ist „Disguise“  wohl nicht zu interpretieren, vielmehr gibt es ein ordentliches Album auf die Ohren, bei dem wahrscheinlich die meisten etwas für sich entdecken können. Hier und da fehlt es dem Album dabei durchaus an Spielwitz. So sind etwa „Legacy“ und „Another Life“ eher laue Nummern. Dafür setzt „Undead Ahead 2: The Tale of the Midnight Ride” nicht nur die Sleepy Hollow-Geschichte fort, die mit “Undead Ahead“ auf dem Debütalbum angefangen hat, sondern kann auch mit seiner theatralischen musikalischen Aufmachung überzeugen. Den allgemeinen inhaltlichen roten Faden und die Bedeutung des Album-Covers legte Chris „Motionless“ bereits vor Veröffentlichung auf Twitter dar:

I wanted to remove the mask and give you more insight as to who I am, and even some insight as to some struggles our band has experienced over the past 2 years as a group“.

Ein bisschen mehr Theatralik im Stile von „Undead Ahead 2“ hätte das restliche Album sicherlich ein Stück weit lebendiger gemacht, wobei auch das vermutlich nicht zuletzt eine Frage des Geschmacks ist. Unabhängig davon lässt sich bei einer Reihe von Songs aber durchaus feststellen, dass „Disguise“ ein paar zusätzliche Ecken und Kanten gutgetan hätten.

Autor Joshua Claaßen
Wohnort Goch
Beruf Schüler
Dabei seit Oktober 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews
Top-Alben Ständig im Wandel, zu meinen Favoriten gehören aber auf jeden Fall: Stick To Your Guns - Diamond, Being As An Ocean - How We Both Wondrously Perish / Dear G-d, The Ghost Inside - Get What You Give, The Amity Affliction - Let The Ocean Take Me
Die besten Konzerterlebnisse Kann ich mich nicht festlegen, Stick To Your Guns und Being As An Ocean sind live aber immer ein absolutes Highlight!

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