Muncie Girls / Sandlotkids – Split

Album Single Split
Musikrichtung Pop-Punk, Indie, Shoegaze, Alternative
Redaktion
Lesermeinung
6

Unterschiedlichere Bands mit unterschiedlicherem Sound hätten sich hier nicht zusammenfinden können. Die Muncie Girls aus Exeter mit ihrem feministischen Pop-Punk stellen darauf einen Song ihres im nächsten Jahr erscheinenden Albums vor und liefern zudem ein Cover eines der Punk-Klassiker überhaupt ab. Die Münchener Sandlotkids dagegen bieten eine Mischung aus Shoegaze, Indie und Heartcore. Abwechslung pur!

Die Briten machen mit ihrem eigenen Baby „Gone In The Wind“ den Anfang: Pop-Punk, ja, jedoch keiner von der Stange. Der Grund dafür ist die Stimme der Frontfrau Lande: Frech, kratzig, hell und verdammt unbequem. Beim Ramones-Cover „Pet Sematary“ zeigen Muncie Girls erneut, dass nicht nur Männer mit ihren markenten Stimmen den Punk „richtig“ repräsentieren können. Durch seinen Bekanntheitsgrad erkennt man den Song zwar sofort, das Cover aber ist jedoch keines, das man registriert, akzeptiert und dann zurück ins Plattenregal stellt. Im Gegenteil, der Song stellt sich bravourös auf eine Ebene mit dem Original.

Dann kommt der Cut – die Vorstellung von Muncie Girls ist beendet und die Sandlotkids treten an. Aus hellem, flotten Pop-Punk wird ein Mix aus Shoegaze und Indie mit Grunge-Einflüssen. Aus einem Frühlingstag mit Schmetterlingen und Regenbögen wird sozusagen ein Gang über den Friedhof an einem wolkenverhangenen Sonntagnachmittag – so setzt man neue Reize. Bei „Dramatic Comedy“ mit seiner ruhigen, fast schon düsteren, Grundstimmung tritt der Gesang ein wenig in den Hintergrund und gönnt den Instrumental-Parts die Bühne. Markant sind hier ganz besonders der Wechsel zwischen Akustik, Full-Band-Parts und den hin und wieder für ein paar Takte in Erscheinung tretenden harten Gitarren-Riffs.

Schlusslicht „Wide Awake“ ist dann erneut eine kleine Kehrtwende: vor allem bei Weitem nicht so dunkel wie sein unmittelbarer Vorgänger. Treibende Drums bringen den Song insgesamt mehr voran, die Grunge-Einflüsse sind verschwunden und der Indie tritt mehr in den Vordergrund. Zumindest was das Tempo und die Stimmung angeht, fasst „Wide Awake“ die Vielfalt der gesamten Split elegant ein.

Auf nicht einmal 13 Minuten Spielzeit kommt diese Split. Dafür aber ist sie abwechslungsreich wie ein gelungenes Best-Of-Album einer Band, die schon seit 30 Jahren im Musikgeschäft ist.

Autor Leonie Wiethaup
Wohnort Nähe Münster
Beruf PR-Assistenz
Dabei seit Februar 2015
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Top-Alben Apologies, I Have None - London; The Wonder Years - No Closer To Heaven; Cold Reading - Sojourner; Shoreline - You Used To Be A Safe Place; Twoonacouch - And I Left
Die besten Konzerterlebnisse Jimmy Eat World @ Skaters Palace, Münster, Frank Carter & The Rattlesnakes @ Dour Festival, The M-Pire Strikes Back-Festival 2016

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