My First Failure – Self Titled

My First Failure - Self Titled

My First Failure – Self Titled

My First Failure kommen aus Aschaffenburg in Bayern und spielen schnellen, melodischen Hardcore ohne große Kompromisse. Die noch relativ junge Band hat vor einigen Monaten bereits ihr zweites Album, nach ihrem im letzten Jahr erschienen Debüt „The Color“, veröffentlicht. Die selbstbetitelte CD enthält sieben intensive Songs, leider aber mit leichten Mängeln. So fällt einem gleich nach dem Drücken auf die Play-Taste auf, dass die Platte viel zu leise produziert ist und das ist wohl der größte Kritikpunkt, da dadurch viel Energie verloren geht.


Wie dem auch sei, musikalisch treffen My First Failure auf jeden Fall den Zahn der Zeit. Female-fronted Hardcore beginnt sich zu etablieren, nicht zu letzt auch dank diesen sympathischen Personen aus Bayern, die mit ihren Liedern so manche Seele und so manches Herz berühren. „Alive“ läutet das knapp halbstündige Album wirklich gut ein, mit schnellen Riffs, einem Moshpart und ordentlich Melodik am Ende. Das gepaart mit der rauen Stimme von Alexa macht auch das darauf folgende „Getting Through“ zu einem wirklich tollen Stück mit genügend Potenzial um auch live so einige Clubs in Wallung zu bringen, denn die Lyrics sind an jeder Stelle für den Hörer zugänglich und die treibenden Gitarren sowie das Schlagzeug tun ihr Übriges. „Restless“ bietet durch Rythmuswechsel viel Abwechslung und wird vor allem gegen Ende zu einem wirklich harten Brett, wohin gegen „Until Today“ mit einem sanften Gitarrenintro die Lage wieder entspannt. Wie aber auch schon bei „Restless“ werden dem Hörer hier zusätzliche männliche Vocals aufgetischt, die dem Ganzen eine gewisse Härte verleihen. Es kristallisiert sich bei all diesen Songs heraus, das My First Failure wirklich mit Herzblut bei der Sache sind. Die Stücke sind durchdacht und die Lyrics mit einer gehörigen Portion Emotion versehen. Auch der letzte Abschnitt des Albums mit dem grandiosen „The Past“, sowie „About Hearts“ und „Turn The Page“ zeigt, dass das Potential, welches die Band mit ihrem Debüt bewiesen hat, nicht verschwendet, sondern genutzt wurde. So wird vor allem „The Past“ zum Highlight dieses Albums und das abschließende „Turn The Page“ mit seinen fünf Minuten Länge zeigt noch einmal die gesamte Stärke dieser Band auf. My First Failure beweisen mit ihrem zweiten Album Beständigkeit und etablieren sich so mehr und mehr in der deutschen Hardcore-Szene. Neben der Lautstärke könnte man diesen fünf jungen Menschen noch vorwerfen, das ihr zweites Werk an manchen Stellen etwas monoton gehalten ist, aber da My First Failure sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen, wird sich in den kommenden Jahren hier sicher noch so einiges tun. Neben Bands wie Lasting Traces oder Reason To Care sind sie wohl eine der größten Hoffnungen, die der deutsche Hardcore in diesen Tagen hat und womöglich gelingt ihnen auch irgendwann ein europaweiter Durchbruch. Mit ihren selbstbetitelten Album müssen die Aschaffenburger jedenfalls den internationalen Vergleich mit Bands wie All For Nothing oder Reaching Hand nicht scheuen!

Autor Patrick Siegmann
Wohnort Göttingen
Beruf Doktorand
Dabei seit September 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Koordination Reviews, News
Top-Alben Viel zu viele. "Songs To Scream At The Sun" von Have Heart ist aber definitiv eines von den Alben, die mich am meisten geprägt haben.
Die besten Konzerterlebnisse Auf jeden Fall vorne mit dabei: Have Heart, Shipwreck AD, Rise And Fall und AYS in der Roten Flora in Hamburg, Juli 2009

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