New Native – Asleep

Album Asleep
Band New Native
Musikrichtung Emo, Indie
Redaktion
Lesermeinung
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Der Erfolg diverser Soundtracks wie von „Star Wars“, „Herr der Ringe“, „Der weiße Hai“ oder „Fluch der Karibik“ zeigt immer wieder, wie wichtig eine gute musikalische Untermalung ist. Musik nimmt mit und ruft auch noch Jahre später Assoziationen hervor; epische Schlachten werden erneut gefochten und schon wieder fiebert man mit, ob der Junge das Mädchen bekommt. Ohne cineastisches Gegenstück erzielen New Native aus Wien und Berlin mit ihrem Debütalbum „Asleep“ nun einen ähnlichen Effekt – und wissen es wahrscheinlich nicht einmal.

Nach „Twisting“, „Soul Cult“ und „Swing Low“ ist es endlich Zeit für den ersten Longplayer. Obwohl die elf Songs nicht fließend ineinander übergehen, bilden sie ohne Schwierigkeit ein stimmiges Ganzes. Der Sound aus Indie und Emo zieht sich konsequent durch alle Tracks, ergänzt von viel Hall und einer ganz eigenen Dynamik. Bleibt Opener „Awful Thinker“ trotz stetigem Auf und Ab im Prinzip auf derselben Ebene, brechen New Native bei „Night Scene“ und „The Worst Of All“ zumindest zeitweise aus. Der dichte Nebel aus Dream-Pop-Elementen verzieht sich, alles wird klarer und deutlicher, wirkt aber dennoch nicht fehl am Platz.

Wohlplatzierte Melodien wirken wie eine Decke, lullen den Hörer ein und lassen Geist und Körper müde werden – allerdings im besten Sinne. Das Songwriting ist so wirkungsvoll, dass man sich dessen Schwere gerne hingibt, im gleichen Maß aber auch dagegen ankämpft, um das schnelle, laute und vergleichsweise klare „Tied Down“ oder das emotionale und schlicht schöne „Wash Away“ immer wieder hören zu können.

„Asleep“ ist düster und traurig, behält jedoch trotz stets präsenter Melancholie stets auch seine hoffnungsvolle Seite bei. Die vier jungen Männer malen mit ihrer Musik Bilder von langen, verschlungenen Straßen durch Wälder und Moorgebiete, suchen sich ihren Weg aus dem Unterholz ins strahlende Sonnenlicht. Vielleicht nicht der fröhlichste Soundtrack für lange Autofahrten, doch wer will schon immer nur Upbeat-Tracks zum lauten Mitsingen hören?

 

Autor Leonie Wiethaup
Wohnort Nähe Münster
Beruf PR-Assistenz
Dabei seit Februar 2015
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Top-Alben Apologies, I Have None - London; The Wonder Years - No Closer To Heaven; Cold Reading - Sojourner; Shoreline - You Used To Be A Safe Place; Twoonacouch - And I Left
Die besten Konzerterlebnisse Jimmy Eat World @ Skaters Palace, Münster, Frank Carter & The Rattlesnakes @ Dour Festival, The M-Pire Strikes Back-Festival 2016

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