No Turning Back – No Time To Waste

Musikrichtung Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
7

Zwanzig Jahre sind eine lange Zeit. Viele Bands versuchen sich da ein ums andere Mal neu zu erfinden oder lösen sich einfach auf. Doch gibt es auch immer wieder Exemplare, die ihren Wurzeln treu bleiben und ihr Ding unbeirrt immer weiter durchziehen. Die niederländischen Hardcore-Aushängeschilder von No Turning Back gehören definitiv dazu. Die Jungs aus der Provinz Nordbrabant machen seit 1997 unverändert das, was sie am Besten können – die gute alte Schule des Hardcore.

Pünktlich zum 20-jährigen Jubiläum erscheint nun Album Nummer neun. Fragen lässt auch das keine offen. „No Time To Waste“ hält, was der Titel verspricht. Hier wird die Zeit des Zuhörers mal definitiv nicht verschwendet. Ein absolut solides Produkt ohne überflüssige Spezialeffekte. Schneller, kompromissloser Hardcore, fette Gangshouts und gnadenlos direkte Texte.

Die Platte strotzt nur so vor der ungebändigten Schaffenslust und Freude der fünf Herren. No Turning Back bieten das, was man von ihnen kennt, erwartet und liebt: Die zwölf Tracks gehen von der ersten Sekunde nach vorne. So ist auch mit „I Won´t Fall“ das richtige Intro gewählt um zum rasant gehaltenen „Hold on Tight“ überzugehen. Die Gitarren sind schlicht gehalten, dafür aber fett aufgenommen, sodass der Sound den rohen Vocals im Nichts nachsteht.

„You should be ending this war, stop lying to my face“ hallt es dann auch plötzlich aus den Lautsprechern. Die sozialkritische Ader war bei No Turning Back immer ein wichtiger Baustein und bleibt es auch auf „No Time To Waste“. Aus ihreb Blick aufs Weltgeschehen macht das Quartett weiterhin keinen Hehl. „End This War“ oder „Sick Society“ sprechen schon im Titel fürt sich. Gegen Ende des Albums taucht dann doch einmal ein „Spezialeffekt“ auf: In „True Sorrow“ kommt der Gesang in Megaphon-Stil daher. Auch das passt, wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge.

Bei „No Time To Waste“ erwartet einen also weiterhin nichts bahnbrechend Neues, aber da No Turning Back seit Jahren grundsolide Arbeit leisten, ist das auch vollkommen legitim. Es ist ein durchgängig starkes Album und hält die Band dort, wo sie hingehört: In der Beletage des europäischen Hardcores.

Autor Tobi van de Wildmannen
Wohnort Tacherting
Beruf Monteur (Mobilfunk)
Dabei seit September 2016
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