North Alone – Cure & Disease

Label -
Musikrichtung Punk, Singer-Songwriter, Folk
Redaktion
Lesermeinung
3

North Alone hat eine extrem sympathische, weil bodenständige und unprätentiöse Kumpel-Attitüde […]. Authentisch, direkt und mit leicht angeschwipster Spielfreude[…].“ Wenn kein Geringerer als Ingo Knollmann, aka. Ingo Donot, solch lobende Worte findet, weckt das nicht nur Neugier. Es legt auch die musikalische Messlatte obendrein noch sehr hoch. Umso schlimmer also, wenn man enttäuscht wird.

Beim ersten Betrachten des Covers scheint dies sogar möglich. Zu behaupten, es würde stark an „Live At Skaters Palace“ von Großmeister Chuck Ragan erinnern, wäre eine Untertreibung vor dem Herrn. Und Opener „Cure & Disease“ gibt sich auch musikalisch keine Mühe den Eindruck zu schmälern. Nach allen elf Songs aber ist jeder Plagiats-Verdacht Geschichte. Denn dafür klingt alles – und da hat Herr Knollmann ganz Recht – viel zu authentisch!

Schuld daran ist der Osnabrücker Singer-Songwriter Manuel Sieg, der hinter diesem Projekt steckt. Ein Mann, der es Dank jahrelanger Erfahrung wettmachen kann, kein Label im Rücken zu haben und ein Album dennoch perfekt klingen lässt. Musikalisch und textlich schlichtweg ein Genuss. In diesem Punkt kann man dem Frontmann der Donots also nur zustimmen. „Cure & Disease“ lässt sich als lockeren Punkrock-Folk, gepaart mit einer rauen, mehr oder weniger (man behalte Chuck Ragan im Hinterkopf) einzigartigen Stimme, bezeichnen. Ein Soundtrack zu Bildern von heißen Tagen auf staubigen Straßen irgendwo im Nirgendwo.

Es erinnert ein bisschen an einen alten Western, in dem jeder quasi durchgehend nur am Schwitzen und mit Dreck bedeckt ist. Und genau das ist es auch, was „Cure & Disease“ absolut hörenswert macht. Eine Kombination aus Fernweh verursachenden Songs und einem Authentizität großschreibenden Künstler. Das Ergebnis ist ein Album, das man automatisch auf Repeat stellt.

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