Northlane – Node

Album Node
Band Northlane
Label Rise Records
Musikrichtung Metalcore, Djent
Redaktion
Lesermeinung
5

Die Djent-Metaller Northlane schockten Ende 2014 ihre Fangemeinde als sie die Trennung von Shouter Adrian Fitipaldes bekannt gaben. Dieser musste aus privaten wie gesundheitlichen Gründen fortan passen. In Person von Marcus Bridge war aber schnell Ersatz gefunden. Mit Bridge wurde dann auch bereits im November 2014 eine erste Single („Rot“) veröffentlicht, ehe man dann 2015 Will Putney im Studio besuchte um dort die arbeiten am neuen Album „Node“ aufzunehmen.

In Kombination mit dem aktuellen Video zeichnete sich der Weg der jungen Australier schnell ab. „Rot“ ist nicht nur als Single stellvertretend für das neue Werk geworden: Der Song zeigte auch mal wieder auf, wie wichtig es mittlerweile ist, Video und Musik verschmelzen zu lassen. Kopfkino lösen aber alle elf Songs auf „Node“ aus, als sei es ein Soundtrack. Gerade das spacige Design der zweiten Single „Obelisk“ unterstreicht es nochmal exzellent: Die vertrackten Melodiekonstruktionen bauen eine träumerische Atmosphäre auf, während die groovigen Gitarren sowie heftigen Breaks für die nötige Härte sorgen und einen wieder unvermittelt auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Diese Mischung beherrschen Northlane im Schlaf, also wird sie auch ordentlich ausgereizt. Die ständigen Wechsel zwischen atemlosen Geschrei und wohlklingenden Clean-Passagen treiben die fünf Australier ebenfalls bis zum Höhepunkt.

„Node“ ist rein von technischer Seite ein Ohrenschmaus. Das Album ist krachig produziert, die Melodien kommen fantastisch zur Geltung und auch der Rest ist das Paradebeispiel für genregerechte Vermarktung. Allerdings sollte man aufpassen diese Nummer nicht zu sehr auszureizen. Das neue Album ist äußerst stimmig und ambivalent im Sound. Dazu gesellt sich die vertrackte Geradlinigkeit, mit genau der richtigen Mischung um jedem Metalcore/Djent-Fan gerecht zu werden. Das kann man nun kalkuliertes Risiko nennen oder eben geschicktes Marketing. Wirklich Ausbrüche aus diesem Schema sucht man auf „Node“ jedenfalls vergeblich. Für ein weiteres Album bedarf es da definitiv mehr Mut um wieder gut abzuschneiden.

Northlane sind ambitioniert. Doch sie müssen jetzt zusehen, sich in der Masse der Bands abzuheben und nicht auf dem zu erwartenden Erfolg von „Node“ auszuruhen. Denn noch eine Platte dieser Machart würde bei der Vielzahl der Genrevertreter einfach untergehen. Genau wie im Metalcore ist auch im Djent die Konkurrenz eben groß.

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