Nothington – In The End

Album In The End
Band Nothington
Musikrichtung Punk
Redaktion
Lesermeinung
6

Manche Bands schaffen es scheinbar nie, ihren Ruf als Geheimtipp ablegen zu können. Sie können noch so gut sein, noch so mitreißend und noch so viele Alben veröffentlichen – der tatsächliche Durchbruch will einfach nicht gelingen. Nothington haben in den letzten Jahren nach Release ihres „Borrowed Times“-Albums allerdings auch nicht gerade viel dazu beigetragen, dass sich das bei ihnen endlich ändert. Und so wird ihr neues Werk „In The End“ wohl erneut unter dem Radar vieler auf den Markt kommen. Leider.

„Leider“, weil Nothington, obwohl sie im Grunde genommen den Punkrock bei Weitem nicht neu erfinden, einzigartig sind. Ihre Elemente sind dabei altbekannt: Flottes, teils verspieltes Drumming, eingängige Gitarrenriffs, rotziger Gesang – et voià, fertig ist der Gainesville-Sound. Zumindest mehr oder weniger. Auch „In The End“ hat nun eigentlich nicht viel mehr zu bieten. Wo „Burn After Reading“ allerdings förmlich nach einem Vergleich mit The Gaslight Anthem schreit, präsentieren sich die beiden Sänger Jay Northington und Chris Matulich bei „End Transmission“ und „Things We Used To Say“ im besten Licht. Zeigen, dass das Zusammenspiel ihrer so unterschiedlichen Stimmen auch nach all den Jahren noch immer ganz wunderbar funktioniert.

Sticht „Nothing But Beaches“ dagegen vor allem durch sein Midtempo und der damit einhergehenden Mächtigkeit hervor, klingt „Capture“ ob seines noch weiter zurückgenommenen Tempos beinahe wie eine Ballade. Allerdings keine, zu der man nachts in sein Kissen weint, sondern vielmehr sein Bier in die Höhe streckt und laut mitgrölt. Mitsingen funktioniert bei „Cobblestones“ ebenfalls ganz wunderbar. Die Betonung liegt hier aber tatsächlich auf „singen“ – zumindest im Vergleich zum Rest des Albums und wenn man sich vor allem den Refrain bezieht. „Because I’m trying to accept I’m no stranger to regrets. Trying to relive all the nights I don’t remember that we spent walking on cobblestones. Now I spend all my time alone.

Das Ohrwurm- und sogar Hit-Potenzial offenbart sich zum Schluss im Titeltrack sogar erneut – ebenso wie alles Andere, womit Nothington so aufzufahren wissen. Zackig-treibende Drums, schicke Gitarrenriffs und Doppel-Vocals. Dass die Kombination aber auch nach dem zwanzigsten Durchlauf noch nicht langweilt, sollte für sich sich sprechen. Ebendies ist es bei Nothington aber auch, warum es so schade ist, dass womöglich nur die wenigsten Leute „In The End“ jemals zu hören bekommen. Immerhin ist nicht jeder Truppe das Talent vergönnt, Altbekanntes und Abgenutztes einen neuen Glanz zu verschaffen. Würden Nothington doch nur endlich mehr als ein bloßer Geheimtipp sein.

Autor Leonie Wiethaup
Wohnort Nähe Münster
Beruf PR-Assistenz
Dabei seit Februar 2015
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