Obey The Brave – Balance

Album Balance
Musikrichtung Metalcore, Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
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Eine gesunde Mischung aus Hardcore und Metalcore war anfänglich das, wofür Obey The Brave standen. Aber mit ihrem dritten Album „Mad Season“ kam dann der Hardcore schon sehr viel kürzer, als es noch bei den beiden Vorgängern der Fall war.  Wohin geht die Reise der Kanadier also auf Album Nummer vier?

Die Vorabsingles „Cold Summer“ und „No Apologies“ haben zwar einen kleinen Vorgeschmack geliefert, was „Balance“ bringen wird. Aber oft genug führen einen Singles ja bewusst oder unbewusst in die Irre.  Zur Gründung der Band 2011 noch zu fünft, sind Obey The Brave aktuell nur noch offiziell zu dritt. Shouter Alex Erian, Stevie Morottie an den Drums und Terrence McAuley starten mit „No Apologies“ mit einem fetten Riff und anständigem Gebrüll in „Balance“. Der Song überzeugt, aber der Weg zur reinen Metalcore-Band wird in Folge unaufhaltsam weiter gegangen.

Denn auch in „Die Young“ und „Cold Summer“ bewegt sich das Trio viel mehr im Metalcore als im Hardcore. Der fließende Übergang ist zwar hier und da noch hörbar, aber die Riffs und die sehr melodischen Gesangsparts zum Refrain sprechen eine klare Sprache.  Das allerdings machen sie sehr ordentlich: Im Großen und Ganzen bieten die Kanadier einem auf „Balance“ sehr druckvolle Songs mit ansprechenden Melodien.

Wer nach den ersten vier Tracks aber schon etwas verzweifelt nach schnellerem Material giert, der wird erst bei Nummer fünf mit dem schönen Titel „Smoke Signals“ fündig. Zum Ende hin wird das Album allgemein ein wenig flotter und auch aggressiver. Spätestens bei „Calme Le Jeu“ – dem obligatorischen Song in französischer Sprache – kommen auch die Hardcore-Wurzeln noch einmal sehr deutlich zum Vorschein. Klar ist auch hier der Refrain betont melodisch gehalten, aber ein fettes Riff und ordentliches Tempo bringen viel Power mit. Titelsong „Balance“ macht zum Abschluss ebenfalls noch einmal richtig Lärm – in flotten, knapp 100 Sekunden.

Obey The Brave klingen auf „Balance“ durchweg nach sich selbst. Was das heute heißt? Man könnte es als eine Mischung aus „Young Blood“ und „Mad Season“ bezeichnen. Eine gewisse unverkennbare Art und eine prägnante Stimme haben die Kanadier für sich. „Balance“ ist so ein solides, gut produziertes Metalcore/Hardcore-Werk. Die Montrealer gehen ihren Weg konsequent weiter und„langweilig klingt definitiv anders.

Autor Tobi van de Wildmannen
Wohnort Tacherting
Beruf Monteur (Mobilfunk)
Dabei seit September 2016
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