Oceans Ate Alaska – Hikari

Album Hikari
Musikrichtung Metalcore, Metalcore
Redaktion
Lesermeinung
4

Vermutlich haben sich die meisten nicht außergewöhnlich heftig den Kopf darüber zerbrochen, was Oceans Ate Alaska auf ihrem zweiten Album wohl servieren würden. Dann wechselten Oceans Ate Alaska allerdings nicht nur ihren Sänger aus, sondern verkündeten auch gleich noch, dass japanische Instrumente auf der Platte eine Rolle spielen würden. Da fiel es auf einmal auch dem hartgesottenen Fan schwer, sich auszumalen, was da wohl kommen würde.

„Hikari“ (japanisch für „Licht“) beginnt dann auch gleich mit japanischen Klängen. Freilich ohne den Song gleich zu kapern. Sie runden den Sound vielmehr ab. Äußerst atmosphärisch sind diese Einlagen dennoch, etwa im instrumentalen „Veridical“, dessen Anfang problemlos einem japanischen Online-Rollen-Spiel entstammen könnte. Abseits davon bieten Oceans Ate Alaska verwinkelten Core, der sich nicht scheut auch mal ins Chaotische abzudriften. Technisch ist das mal wieder einwandfrei und auf hohem Niveau. Allein der furiose Start, den „Deadweight“ hinlegt, präsentiert das Können der Briten – insbesondere von Drummer Chris Turner, der freilich nicht vor Double-Bass Attacken zurückscheut.

Trotzdem bleibt ein fader Beigeschmack, gerade, wenn man „Hikari“ mit dem Vorgänger „Lost Isles“ vergleicht. Denn der berüchtigte rote Faden fehlt zu oft innerhalb der elf Stücke. Kompakt kommen die Songs nicht gerade daher. Das ist nicht unbedingt darauf zurückzuführen, dass Oceans Ate Alaska ihre Hörerschaft überfordern würden, sondern vielmehr dem Umstand geschuldet, dass sich die Band an ausschweifenden und leider teils stupiden Low-Tempo-Passagen ergötzt. Für die Mesh-Short-Fraktion sind diese Passagen live sicherlich ein Fest. Dem Album tun sie in dieser Masse aber ganz und gar nicht gut.Dass kein Song so wirklich herausstechen will, tut sein Übriges.

Vielleicht liegt das nicht zuletzt auch daran, dass Oceans Ate Alaska „Hikari“ nicht Song für Song, sondern als Album von vorne nach hinten durchgeschrieben haben. Dabei kann eben schnell der Blick auf den einzelnen Song verloren gehen. Gerade beim verflixten zweiten Album ist das aber freilich kein kapitaler Schiffsbruch.

Autor Joshua Claaßen
Wohnort Goch
Beruf Schüler
Dabei seit Oktober 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews
Top-Alben Ständig im Wandel, zu meinen Favoriten gehören aber auf jeden Fall: Stick To Your Guns - Diamond, Being As An Ocean - How We Both Wondrously Perish / Dear G-d, The Ghost Inside - Get What You Give, The Amity Affliction - Let The Ocean Take Me
Die besten Konzerterlebnisse Kann ich mich nicht festlegen, Stick To Your Guns und Being As An Ocean sind live aber immer ein absolutes Highlight!

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