Parkway Drive – Reverence

Album Reverence
Musikrichtung Metalcore
Redaktion
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Parkway Drive gelten als die wohl wichtigste Metalcore-Band der Welt. Inzwischen können die sympathischen Australier auf eine 15 Jahre andauernde Karriere zurückblicken. Erst im vergangenen Jahr feierten Winston McCall und seine Mitstreiter das zehnjährige Jubiläum des Erfolgsalbums „Horizons“. Jetzt folgt mit Reverence also der nächste Streich. Schon bereits die letzte LP „IRE“ kündigte einen Stilwechsel, weg vom technisch-brachialen Metalcore hin zu klassischeren Metal-Gefilden und mehr Melodien an. Während die erste Single „Wishing Wells“ mit schaurig-düsterem Video und brachialem Gesang eher an alte Zeiten erinnert, steht sie jedoch nicht repräsentativ für das Album, sondern wirkt als stimmungsvoller Intro-Song.

Der zweite Track „Prey“ dagegen repräsentiert den Gesamtsound der Platte dagegen deutlich besser. Melodischer und metalischer als auf den Erstlingswerken, aber doch mit ordentlich Power und dem Einsatz des ein oder anderen Core-Element, gehen die Australier hier zu Werke. „Prey“ ist ein wahrer Hit und bleibt Dank catchigen Gitarrenmelodien und Refrain sofort im Ohr. Trotzdem werden auch Fans des alten Sounds nicht enttäuscht, so mündet der Song doch noch Recht überraschend in einem fiesen Breakdown. Schon auf „IRE“ hatte McCall erstmalig cleane Gesangspassagen eingsetzt. Dieser Trend setzt sich auf „Reverence“ fort. So finden sich in fast allen Songs gesprochene oder gesungene Parts. Doch auch Shouts kommen nicht zu kurz und sie klingen immer noch so brutal wie zu Zeiten von „Killing With A Smile“.

Lyrisch widmet sich das Album dem Thema Verlust und Trauer. Jedoch sei damit laut McCall auch immer das positive verbunden, denn diese beiden Themen würden einem selbst immer wieder die Kostbarkeit des eigenen Lebens vor Augen führen. Politische Themen, wie noch auf Atlas zu vernehmen, spielen diesmal keine Rolle. Während der Touren zu „IRE“ machte die Band eine harte Zeit durch: Verwandte verstarben, Krankheitsfälle in den Familien häuften sich. Auf der Bühne ließen sich die eigentlich immer gut gelaunten Frohnaturen davon natürlich nichts anmerken.

Mit „Cemetry Bloom“ gibt es eine ruhigere Verschnaufpause, nur um danach mit „The Void“ den nächsten Hit anzustimmen. Auch hier gibt es erneut melodische Gitarrenriffs und einen Chorus der sofort im Kopf bleibt. Mit dem alten Material von Parkway Drive mag das wahrlich wenig zu tun haben – ein verdammt guter Song ist es trotzdem! Für die Festivalsaison und große Bühnen ist „The Void“ ein Muss auf der Setlist.

Songs wie „I Hope You Rot“ oder „Shadow Boxing“ (letzterer mit Rap-Einlage, die tatsächlich stark an frühe Linkin Park erinnert) machen es dann deutlich: Parkway Drive sagen dem Metalcore alter Tage endgültig Goodbye! Man präsentiert sich runderneuert, spielt mit Rock-Einflüssen und ist inzwischen tatsächlich vielleicht mehr klassische Metal-Band, als je zuvor. Manche wird dies stören, doch Parkway Drive haben sich nie groß um die Meinung anderer geschert. Wer bereit ist, unvoreingenommen und ohne Scheuklappen „Reverence“ eine Chance zu geben wird dafür mit einem qualitativ hochwertigen Stück härterer Rock-Musik belohnt.

Autor Jannik Holdt
Wohnort Mönchengladbach
Beruf Student
Dabei seit 2008
Deine Aufgabe bei Stageload Fotos, Präsentationen, Gewinnspiele
Top-Alben Have Heart - The Things We Carry / The Chariot - Long Live / Rise Against - Siren Song Of The Counter Culture / Another Breath - Mill City
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