Polaris – The Mortal Coil

Band Polaris
Musikrichtung Metalcore
Redaktion
Lesermeinung
6

Viel zu wenig Aufmerksamkeit wurde Polaris zweiter EP „The Guilt & The Grief“ geschenkt. Dabei haben die Australier mit ihrem progressiv angehauchten, aber doch leicht verdaulichen Sound vieles richtig gemacht. Nun ist es freilich verzeihbar, bei der unglaublichen Menge an aufstrebenden australischen Bands ein wenig die Übersicht zu verlieren. Spätestens „The Mortal Coil“ und der Europabesuch im Rahmen der „Never Say Die“-Tour sollte Polaris aber auch hierzulande bekannt machen. Denn was die Australier hier gezaubert haben, sollte man sich nicht entgehen lassen.

Polaris betten in ihren Sound wunderbar progressive Elemente ein, die zwar nicht immer im Vordergrund stehen, aber doch einiges zum vielschichtigen Soundgebilde beitragen. Traumhaft schön ist etwa das dynamische „Relapse“ oder „Crooked Path“, dessen Riffs jedem Novelists-Fan ein breites Lächeln ins Gesicht zaubern dürften. Nicht zuletzt am aufbäumenden „Consume“ zeigt sich, dass „The Mortal Coil“ vor Energie strotzt. Zugleich steckt es aber auch voller Emotionen, die nicht bloß in Refrains eingebettet, sondern tief im Soundgebilde verwurzelt sind. Polaris haben sie akribisch ins Riffing und die vielen Details eingearbeitet – eine sehr dichte und eindringliche Atmosphäre ist die Folge. Dabei ist „The Mortal Coil“ nicht allzu schwer zugänglich, aber zugleich alles andere als oberflächlich. Viel Detailarbeit und meist dynamische Strukturen lassen keine Langeweile aufkommen.

Vom rüde nach vorne preschenden „The Remedy“ bis zum verletzlichen „In Somnus Veritas“, bieten die Australier ohnehin eine ordentliche Bandbreite. Während ersteres kräftig zum Kopfnicken animiert, beginnt letzteres behutsam und mit zaghaften Tönen, schraubt sich dann aber plötzlich mit mitreißenden Riffs in die Höhe und fällt schließlich wieder in sich zusammen. Gar noch bombastischer ist „The Slow Decay“ mit nahezu epischer Gitarrenarbeit. So überzeugt „The Mortal Coil“ nicht nur in der Betrachtung der einzelnen Songs, sondern auch als Gesamtwerk auf voller Linie. „The Mortal Coil“ vereint gekonnt die Facetten des modernen Metalcore, ist energiegeladen, aber zugleich wunderschön.

Autor Joshua Claaßen
Wohnort Goch
Beruf Schüler
Dabei seit Oktober 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews
Top-Alben Ständig im Wandel, zu meinen Favoriten gehören aber auf jeden Fall: Stick To Your Guns - Diamond, Being As An Ocean - How We Both Wondrously Perish / Dear G-d, The Ghost Inside - Get What You Give, The Amity Affliction - Let The Ocean Take Me
Die besten Konzerterlebnisse Kann ich mich nicht festlegen, Stick To Your Guns und Being As An Ocean sind live aber immer ein absolutes Highlight!

Hinterlasse einen Kommentar