Power Trip – Nightmare Logic

Band Power Trip
Musikrichtung Metal
Redaktion
Lesermeinung
6

Die Brutalo-Schmiede Southern Lord lässt mit Power Trip ihren nächsten Berserker auf die Ohren und Nerven ihrer Anhänger los. „Nightmare Logic“ ist nach dem 2013 erschienenen Debüt die zweite Platte der Thrash-Metal-Kombo aus Dallas. Darauf wagen sie eine kleine Zeitreise mit großen Auswirkungen. „Nightmare Logic“ ist ein Veitstanz zurück in der Zeit, ein Höllentrip ohne Ausstiegsmöglichkeit.

Sengende Gitarrenriffs, beängstigendes Raunen und Keifen und eine derart trockene Produktion, dass jeder Schlag auf die Drums einem Schwinger in die Magengrube gleich kommt. Power Trip wollen auf ihrem neuen Werk nicht spielen, sie wollen vernichten. Was im Weg steht wird kurzerhand platt gemacht. Die Texaner sind zu keinen Verhandlungen bereit und lassen ihren neuen Bastard aus Thrash Metal und Crossover derart straff klingen, dass dieser genauso gut 1985 erscheinen hätte können. Die jaulenden Gitarren schicken den Hörer auf eine düstere, unbequeme Reise zurück in der Zeit – und ab und an wartet man gerdadezu darauf, dass Tom Araya beim nächsten Schrei unterstütztend mitwirkt. Das fühlt sich an wie ein Lauf über frisch geschärfte Klingen, wie ein Sturm aus fein gemahlenen Glassplittern, die ihren Weg in Augen, Mund und Nase suchen, um dort weiter zu wüten. Ein ausgeklügelter, fieser Streich, um den Hörer komplett um den Verstand zu bringen. Wer die Labelkollegen Black Breath oder Thrash-Ikonen wie Slayer oder Exodus zu schätzen weiß, wird an „Nightmare Logic“ seine helle Freude haben. Und kann bei Songs wie „Executioner’s Tax (Swing Of The Axe)“ oder „Waiting Around To Die“ in den gnadenlosen Mosh-Parts untergehen.

Power Trip fühlen sich in den 80ern wohl – das steht außer Frage. „Nightmare Logic“ hätte ohne weiteres in diese Zeit gepasst, wirkt aber auch heute keineswegs wie ein Anachronismus. Ganz im Gegenteil, ist die Platte frisches Futter für alle, die mal wieder ihre Kutte überstreifen und sich gepflegt ihrer Nackenmuskulatur widmen wollen. All Hail Thrash Metal.

Autor Andreas Steiner
Wohnort Stuttgart
Beruf Redakteur
Dabei seit März 2011
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