Primetime Failure – Memory Lane

Album Memory Lane
Label Uncle M
Musikrichtung Punkrock, PopPunk
Redaktion
Lesermeinung
6.5

Wir sind heute zwischen 30 und 40. Wir sind nostalgisch. Wir sind aufgewachsen mit VHS-Kassetten von Thrasher und den Soundtracks dazu, die meistens aus NOFX, Pennywise und Pulley-Songs (um nur ein paar zu nennen) zusammengesetzt waren. Klar, die Rede ist von der Skater-Generation der Neunziger und deren Heroen auf Epitaph, Fat Wreck und Burning Heart.

Genau so klingen auch Primetime Failure. Der Unterschied ist nur, dass diese Herren nicht in den Neunziger aktiv waren, sondern erst seit Ende 2015. Und: Sie kommen auch nicht aus Kalifornien oder Schweden, sondern aus Bielefeld.

Mit „Memory Lane“ setzen sie uns ihr zweites Minialbum vor und die Frische, die sie schon auf ihrem Erstling „Home“ versprühten, hat nicht gelitten.Weiterentwickelt haben sich die Herren natürlich trotzdem und so erzeugen die acht Songs auf „Memory Lane“ zwei Gefühle: Einerseits fühlt man sich zurückversetzt in jüngere Jahre und genießt den Sound eben dieser. Andererseits ist man dann aber schnell enttäuscht, dass die Zeitreise so schnell endet.

Ob es der Opener „All Hope Is Gone“ ist, der Titeltrack „Memory Lane“ oder das abschließende Stück „Brad“, Primetime Failure halten den Fun-Faktor hoch und natürlich auch das Tempo.

Am Anfang denk man sich: Hey, haben sich Blink 182 aus der Zeit von „Enema Of The State“ wieder gefunden? Diese Mischung aus Pop und Skatepunk trifft einfach irgendwie immer den Nerv eines Genreliebhabers. Es ist auch schön, in Zeiten eines extrem technisch werdenden Skatecores noch Bands zu hören, die sich auf die Grundtugenden beschränken und ihr Heil in schönen Melodien suchen, anstatt in extremen Riffs und Geschwindigkeiten jenseits der 200 BpM.

Erwartet man hier kein Spektakel und nichts Ausgefallenes, sondern freut man sich über eine gut produzierte, angenehm anzuhörende Punkrockplatte, dann wird man nicht das Geringste zu bemängeln haben – außer dass es eben nur acht Songs zu hören gibt. Es ist höchste Zeit für ein richtiges Album, meine Herren!

Autor Tobi van de Wildmannen
Wohnort Tacherting
Beruf Monteur (Mobilfunk)
Dabei seit September 2016
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews, Berichte
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