PWR BTTM – Pageant

Album Pageant
Band PWR BTTM
Musikrichtung Alternative
Redaktion
Lesermeinung
6

Noch vor einigen Jahren sah es für PWR BTTM noch düster aus. Neben Shows in kleinen DIY-Läden und einer kleinen Fangemeinschaft, gab es kaum Aufmerksamkeit für ihren Queer-Garagepunk. Dies hat sich 2015 schlagartig mit ihrem Release „Ugly Cherrys“ verändert. Plötzlich wurden Ben Hopkins und Liv Bruce in höchsten Tönen gelobt. Ein ungewöhnliches Auftreten, die Tatsache, dass sich an Gitarre, Gesang und Schlagzeug regelmäßig abgewechselt werden und die gefühlvoll verspielten, sozialkritischen Texte haben mittlerweile zu einer internationalen Fanbase geführt. Nun steht also die zweite LP an und die üblichen fragen, ob sie dem Hype gerecht werden und ob das Konzept auch längerfrstig Tragfähigkeit hat, kommen auf.

Hierzu sei gesagt, wer „Ugly Cherries“ mochte, der wird „Pageant“ lieben. „Pageant“ ist um einiges vielseitiger als sein Vorgänger ohne dabei den Ohrwurmfaktor zu verlieren. Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, den Hit des Albums zu definieren. Dreckiger Garagerock trifft auf Punkrock mit wildem Tapping und hemmungslosen Riffs. Da beide Sänger*innen ihre Gedanken und Gefühle auf so verschiedene Art und Weise präsentieren, macht „Pageant“ als Gesamtwerk am meisten Spaß. Das unwohle Gefühl, nach einem Date auf eine Antwort zu warten wurde wohl noch nie so mit so einer bittersüßen Leichtigkeit wie bei „Answer My Text“ beantwortet. Im Zentrum stehen auch auf diesem Album die Probleme, mit denen eine queere Person noch immer konfrontiert wird. Dies wird bei „LOL“ auf eine etwas ruhigere, ernstere Weise verdeutlicht. Das sind jedoch nur Beispiele, denn das gesamte Album ist mit Anekdoten, Kritik, Problemen, Gefühlen und einer Prise Sarkasmus gespickt.

Auch wenn die LGBT-Thematik textliches Leitmotiv ist, heißt das noch lange nicht, dass eben nur Mitglieder dieser Community gefallen an diesem Album finden. Gerade durch die Tatsache, dass die Gefühle in jedem Song so präzise beschrieben werden und demnach auch nachvollziehbar, hat man das Gefühl jeden der queere Diskriminierung erfahren hat auf einmal viel besser zu verstehen. Dieses Album macht einen großen, wichtigen Schritt für eine offene, tolerante Gesellschaft und beweist ganz klar: Liebe kennt kein Geschlecht.

Autor Hero Perduns
Wohnort Osnabrück
Beruf Student
Dabei seit Oktober 2015
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Top-Alben Morrissey - Viva Hate, The Libertines - Up The Bracket, Joy Division - Unknown Pleasures, Muff Potter - Bordsteinkantengeschichten, Adolar - Zu Den Takten Des Programms, Verse - From Anger And Rage, Have Heart - The Things We Carry
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