Rotting Out – Reckoning

Album Reckoning
Musikrichtung Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
6

Die Verwirrung ist immer noch groß. Aus heiterem Himmel verkündeten Rotting Out ihre Auflösung und hinterliesen ihre Fans in Unwissenheit, denn einen plausiblen Grund gibt es bis heute nicht. “Shout out to all you that have ever supported us in any way! We love you all! -RO“, so die Band via Facebook. Viele vermuteten im ersten Moment einen unlustigen Aprilscherz. Unglaubwürdig war das Ganze obendrein, da die neue EP „Reckoning“ erst wenige Tage vorher in die Läden gekommen war. Doch Rotting Out meinen es ernst, „Reckoning“ scheint ihr Schwanengesang zu sein.

Der Abschied jedenfalls scheint ihnen weniger schwer zu fallen, denn auf “Reckoning“ kommt nur spärlich Abschiedsstimmung auf, eher im Gegenteil. Es klingt mehr nach einem Neustart, wie ein neugeborenes Baby was darauf wartet mit vollem Elan endlich die Welt erkunden zu können. Energisch und voller Tatendrang, so wie man es gewohnt ist. Behaglichkeit wird klein geschrieben und so sind drei Songs entstanden, die es ordentlich in sich haben. Hier sagen sich schnelle Riffs, moshige Parts und Crew-Shouts gute Nacht, um am nächsten Morgen gemeinsam in den neuen Tag zu starten und die Welt in Geschwindigkeit eines Tornados unsicher zu machen. Rotting Out sind bekannt für schnellen, groovigen Hardcore, der auch live mit einer immensen Präsenz daherkommt. Ein Grund ist mit Sicherheit auch Sänger Walter Delgados bulliges Auftreten. Mit im Gepäck sind zwei zusätzliche Coversongs der Hardcore-Urgesteine Circle Jerks. „I Don’t Care“ und „Live Fast Die Young“ – zwei Klassiker die niemals sterben erwachen hier im geschätzten Rotting Out-Stil. Hier geht der Punk noch mal richtig ab. Es ist das perfekte Zusammenspiel, das “Reckoning“ zu einer nicht außergewöhnlichen aber trotzdem extrem gut verpackten EP macht, in der die letzten Tage von Rotting Out gezählt sind.

“Reckoning“ ist zwar nur ein kleiner tröstender aber dennoch würdiger Abschied der fünf Amerikaner. Drei Songs und zwei Cover mögen vielleicht etwas dürftig wirken aber ein großes Abschiedsfeuerwerk konnte man ohnehin nicht ewarten. Der Genuss, die neue EP live zu erleben, ist uns durch die spontane Auflösung nicht gegönnt. Da muss der Weg erst recht in den Plattenladen des Vertrauens führen.

Autor Manuel Lohschmidt
Wohnort Hamburg
Beruf Social Media Manager
Dabei seit August 2013
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Facebook
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