Rotting Out – The Wrong Way

Label 6131 Records
Musikrichtung Hardcore, Punk
Redaktion
Lesermeinung
5

Das zweite Album von Rotting Out heißt „The Wrong Way“. Viel mehr muss man eigentlich nicht wissen.
Der Opener und zugleich Titletrack „The Wrong Way“ verschießt schon ab der ersten Minute so viel Pulver, dass man kaum glauben mag, dass diese Band so energisch weitermachen kann. Aber wer Rotting Out schon einmal live gesehen hat (vielleicht auf der letzten Europatour mit Expire), der weiß wie viel Energie in dieser Band und vor allem in Frontmann Walter steckt. Der lässt sich wieder munter an allen möglichen Dingen lyrisch aus: An seinen Eltern („No Clue“), seiner Heimatstadt Los Angeles („The Shoot Out“) oder an den lieben Drogen („One More Kiss“), die er personifiziert als Frau darstellt, die einen Mann verführt: „So she fills his veins with comfort, he sniffs her scent hoping to forget.“
Allgemein gehören Rotting Out wohl zu den lyrisch bestgestelltesten Bands der jüngeren Hardcore-Geschichte. Die Texte nehmen kein Blatt vor den Mund und sind dabei noch irgendwie verstörend schön, wie beispielsweise im abschließenden „Bangarang“.
Man merkt eben, dass Rotting Out nicht bloß stumpf drauf los knüppeln, sondern auch was im Köpfchen haben und das kann man dieser Band hoch anrechnen. Wer aber ordentlich Frust rauslassen will, der kommt natürlich auf „The Wrong Way“ auch vollkommen auf seine Kosten, denn auch Sing-A-Longs und Moshparts sind zur Genüge vorhanden. Kaum zu glauben, aber in den 26 Minuten steckt wirklich verdammt viel! Um es mit anderen Worten zu sagen: Hier bekommt man wirklich was geboten für sein Geld.

Auch auf ihrem zweiten Longplayer fahren Rotting Out ihren gewohnten Sound auf, der trotzdessen, dass „Street Prowl“ vor zwei Jahren fast genau so klang, noch immer frisch daher kommt. Dabei hat „The Wrong Way“ außerdem eine Menge an Facetten zu bieten: Diese reichen von schnellen, kompromisslosen Tracks wie „Blade Of Rust“ bis zu groovigen, schweren Nummern wie „Stab“. Das macht Spaß und lässt garantiert keine Langeweile aufkommen.

Mit „The Wrong Way“ liefern Rotting Out erneut straighten, frischen Hardcore – mitten ins Gesicht. Was will man mehr? Skateboard unter die Füße und ab dafür.

Autor Patrick Siegmann
Wohnort Göttingen
Beruf Doktorand
Dabei seit September 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Koordination Reviews, News
Top-Alben Viel zu viele. "Songs To Scream At The Sun" von Have Heart ist aber definitiv eines von den Alben, die mich am meisten geprägt haben.
Die besten Konzerterlebnisse Auf jeden Fall vorne mit dabei: Have Heart, Shipwreck AD, Rise And Fall und AYS in der Roten Flora in Hamburg, Juli 2009

Hinterlasse einen Kommentar