Ruiner – Hell is Empty

Ruiner - Hell is Empty

Ruiner – Hell is Empty

Ruiner aus Baltimore sind nicht neu im Kader von Bridge 9, die Band veröffentlicht nun nach „Prepare To Let Down“ aus dem Jahr 2007 ihr zweites Album „Hell Is Empty“ über das bekannte Label. Schon damals war es für die Band nicht einfach, trotz der Erfahrung welche die Ruiner in über hundert gespielten Shows schon gesammelt hatten, gelang es „Prepare To Let Down“ nicht jeden Kritiker zu überzeugen und sahnte so nur wenige gute Wertungen ab. Ruiner spielen Hardcore abseits jeglicher Einflüsse aus dem Metal- oder New-School-Bereich und tendieren stellenweise sogar zum Punk.

Vor allem die kurzen Songs schmeckten den Kritikern damals nicht, denn zwanzig Minuten für ein Full-Lenght waren manchem deutlich zu wenig. Machen sie es Heute besser? Ja, machen sie. In den vergangen zwei Jahren seit dem letzten Release haben Ruiner noch einmal gefühlte zweihundert Shows gespielt, man könnte fast meinen die Band wäre dauerhaft auf Tour gewesen. Trotz dieser vielen Wochen, welche die Band in einem Van zusammen mit This Is Hell oder Killing The Dream auf den Straßen der großen weiten Welt verbracht hat, hatten Ruiner Zeit um sich weiter zu entwickeln. Aus den zwanzig Minuten Dauerbeschallung auf „Prepare To Let Down“ wurden knapp dreißig Minuten nachdenklicher mit-tempo Songs. Trotzdessen, dass Ruiner ihre Geschwindigkeit gedrosselt haben, haben sie ihre punkige Seite nicht gänzlich verloren, was vor allem der Opener „Im Out“ gleich klar macht. „Dead Weight“ schaltet schon wieder einen Gang zurück und zeigt glanzvoll die melodische Seite der Band, in meinen Augen der beste Song auf der Platte zusammen mit dem abschließendem „Solitary“. „Two Words“ war bereits als Demo-Version auf dem im Juni erschienen Bridge 9-Sampler zu finden und die Version auf dem aktuellen Album hat im ordentlich Feuer und beweist, das Ruiner lyrisch einen großen Schritt nach vorn gemacht haben. „Part One“ und „Part Two“ bilden ein kleines Epos, wie es auch Verse schon mit ihrer Story Of A Free Man präsentiert haben. Während der erste Teil mehr eine aufbauende Funktion hat, geht der zweite Teil mächtig nach vorn und hinterlässt einen bleiben Eindruck, wie ein Bügeleisen auf blanker Haut. Insgesamt hört man auf „Hell Is Empty“ das die Texte nun emotionaler und tiefgängiger sind als noch zu Zeiten von „What Could Possibly Go Right“. Man kann der Band also gewiss nicht den Vorwurf machen, dass sie in den vergangenen Jahren nachgelassen haben. Zwar ist der Sound längst nicht so brachial wie früher, dennoch ist „Hell Is Empty“ ein intensives Erlebnis. Nicht zu letzt dank Stücken wie „Convinent Gods“ oder „Lonliest Of Hearts“, welche nicht nur textlich Tiefgang zeigen, sondern auch musikalisch ordentlich zur Sache gehen. Ruiner haben ein bodenständiges und authentisches Album auf den Markt gebracht, welches das Potential hat weit mehr als nur eine Eintagsfliege zu sein. Für mich ist „Hell Is Empty“ das „Songs To Scream At The Sun“ 2009, intensiv und authentisch.

Autor Patrick Siegmann
Wohnort Göttingen
Beruf Doktorand
Dabei seit September 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Koordination Reviews, News
Top-Alben Viel zu viele. "Songs To Scream At The Sun" von Have Heart ist aber definitiv eines von den Alben, die mich am meisten geprägt haben.
Die besten Konzerterlebnisse Auf jeden Fall vorne mit dabei: Have Heart, Shipwreck AD, Rise And Fall und AYS in der Roten Flora in Hamburg, Juli 2009

Kommentare

  2 kommentare

  1. Tim

    Gutes Review und eine gute Band. Freu mich schon auf nächses Wochenende, wenn sie in Dessau spielen!

  2. Mickey

    Ach, ich finde Ruiner haben stark abgebaut! Prepare To Be Let Down war 2007 eines meiner Highlights und das hier ist in meinen Augen nur noch durchschnitt und Have Heart fand ich eh nie besonders.

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