Rykers – The Beginning…Doesn´t Know The End

Band Rykers
Label BDHW Records
Musikrichtung Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
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Erinnert sich noch jemand an die Sendung „Familienduell“? „100 Leute haben wir gefragt…“ – wenn man diese Frage auf „Nennen sie eine Hardcoreband aus Deutschland“ enden lassen würde, stünde auf Platz eins ziemlich sicher mit gut 80 Stimmen eine Band aus Kassel: Rykers.

1992 gegründet, 2000 aufgelöst, ab 2008 wieder da, aber gleich wieder weg und 2013 dann endgültig wiedervereinigt, so liest sich die Historie der Band. Zwischen diesem ganzen Tohuwabohu haben es die Hessen aber auch geschafft neun Tonträger zu produzieren. Nun steht Nummer zehn mit dem Titel „The Beginning…Doesn´t Know The End“ in den Startlöchern und schreibt die bewegte Geschichte des Franchises weiter. Denn nur Bassist Christian Luft ist aus der Gründungsbesetzung noch dabei, nachdem der etatmäßige Sänger Kid D die Band 2015 verlassen hat.

15 Songs, 39 Minuten Spielzeit, Hardcore vom ersten bis zum letzten Ton. So lässt sich die Platte in einem Satz beschreiben, denn (leider) wie gehabt, haben Rykers nichts großartig Neues anzubieten. Kein Drama, aber nach zehn Alben erhofft man sich halt irgendwie mal einen Hit. Außer Gebrüll und Lärm ist allerdings keine Abwechslung zu finden. Wer Rykers so liebt, wie sie nunmal sind, hat damit natürlich kein Problem. Und aus diesem Blickwinkel, verdient „The Beginning Doesn´t Know The End“ auch durchaus Lob.

Durch die Songs zieht sich der rote Faden einer Hardcorescheibe in Form von Gangshouts, Tempowechseln von schnell bis Breakdown und Two-Step. „Let´s Ruin The Scene“ beginnt so mit punkigem Riff und legt gleich ein gutes Tempo vor. Und von diesem Gaspedal wird auch beim folgenden „Losing Touch“ nicht runter gegangen.

Alles, was eine genretypische Produktion braucht, findet man auf der Platte. „The Beginning Doesn´t Know The End“, quasi der Titelsong, bietet einem ein sehr fettes Riff, bedient sich vieler Gangshouts, drückt das Tempo eher in den mittleren Bereich und bricht in sich mehrfach zusammen – um nicht immer von Breakdowns zu reden.

„Sightseeing In The Age Of BBQ“ dagegen widerspricht dem Albumtitel und dem vorher genannten Song „The Beginning Doesn´t Know The End“ auf jede nur erdenkliche Art und Weise. Denn „Sightseeing In The Age Of BBQ“ ist schnell und beendet das Album so, wie es angefangen hat. Der Anfang hat das Ende sozusagen schon gekannt.

Aufgenommen ist das Werk astrein. Eine etwas trashige punkige Note verleiht der Scheibe einen sehr sympathischen Beigeschmack. Wer die Rykers mag, der wird auch „The Beginning…Doesn´t Know The End“ mögen. Keine besonderen Vorkommnisse aber dafür auch keine Experimente, die einem sauer aufstoßen könnten.

Stay true, stay yourself. Das dürfte ein Leitsatz der Hessen sein und mit dem fahren sie definitiv gut.

Autor Tobi van de Wildmannen
Wohnort Tacherting
Beruf Monteur (Mobilfunk)
Dabei seit September 2016
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