Schmutzki – Mehr Rotz Als Verstand

Band Schmutzki
Label Bäm Records
Musikrichtung Pop-Punk
Redaktion
Lesermeinung
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Viele Bands versuchen durch Stilmische aus dem grauen Sumpf heraus zu stechen. Aber viel zu oft ist genau das der Grund, warum es keiner hören will. Es gibt einfach Mischungen, die nicht funktionieren oder so sehr im Ohr kratzen, dass man sich das Trommelfell zerschneiden will.

Was aber immer geht ist, Pop, Punk, Neue Deutsche Welle mit ironischen Texten in melodiöser Weise in den Mixer zu hauen. Was dabei heraus kommt? Schmutzki eben.

Vor zwei Jahren hat „Spackos Forever“ das Trio, das sich 2011 in Stuttgart formierte, bekannt gemacht. Und mit „Mehr Rotz Als Verstand“ präsentieren Beat Schmutz, Flo Hagmüller und Dany Horowitz nun ihre dritte Langspielplatte – und diese zwölf sehr kurzweiligen Songs sollten auch den letzten Zweifler von den Spackos überzeugen.

Mit einem eher ungewöhnlichen Gitarrensound, einem immer sehr poppigen Schlagzeug und einem angenehm verzerrten Bass spielen die Herren mit so viel Freude ihren Poppunk, dass man nur gute Laune beim Hören bekommen kann. Der schöne Reigen beginnt mit „Sturmfrei“ sehr flott und unglaublich tanzbar. Würden Deichkind Punkrock machen, dann würde das definitiv so klingen. Beats Gesang erinnert auch vom Typ her sehr an die Achtziger, was das Ganze sehr sympatisch macht.

 

Ein schnelles „Zu Jung“ und ein Lied über die „Beste Bar Der Stadt“ führt uns zu einem textlich typischen Schmutzki: „Mr Dejot“. Auf sarkastischste Art und Weise wird die arrogante Art vieler Club-DJs besungen.

Hey Mister Dejot, mach mal bitte deinen Job und hör mal auf das Tanzvolk, sonst gibt´s ne Meuterei. Hey Mister Dejot, ich weiß du bist ein Halbgott, doch wenn du jetzt nicht klar kommst, dann gibt´s ne Meuterei.

Nach einem rhythmisch dem Ska nahen „Kalifornia“ folgt dann der Titeltrack. Hier besingen sich Schmutzki quasi selbst, und dass sie im Falle des Erfolges „Mehr Rotz Als Verstand“ hätten.

„Gut So“, eine punkige Garagennummer rotzt dann gleich ohne Stopp weiter, immer mit leichtem poppigen Unterton. Über weitere Poppunk Songs kommt die Scheibe zum Ende, dem eher ruhigen „Jeder Kater“. Der Titel sagt schon aus, worum es darin noch geht.

„Mehr Rotz Als Verstand“ ist ein Lichtblick in der deutschen Musikbranche. Allgemein hörbar, da nicht übertrieben hart und auch textlich nicht sehr politisch, könnten Schmutzki für viele die Einstiegsdroge werden, um sich dem Punkrock zu verschreiben. Vom Sound her klingt die Platte so, wie sie zu klingen hat. Etwas rau, aber trotzdem immer poppig und gut produziert. Dem Vorgänger „Spackos Forever“ ist dieses neue Machwerk in allen Belangen überlegen. „Mehr Rotz Als Verstand“ ist so jedem ans Herz zu legen, der Punk, Rock, Wave und gute Musik mag.

Autor Tobi van de Wildmannen
Wohnort Tacherting
Beruf Monteur (Mobilfunk)
Dabei seit September 2016
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