Shields – Life In Exile

Band Shields
Musikrichtung Metalcore
Redaktion
Lesermeinung
5

Fünf Jahre nach Release ihrer ersten EP und mittlerweile mit einer treuen Anhängerschaft im Schlepptau wagen sich Shield mit „Life In Exile“ an ihr Debüt-Album. Was nun eigentlich ein aufregender und von Freude erfüllter Schritt in der Geschichte einer Band sein sollte, wurde leider vom plötzlichen Ableben von George Christie, dem Gitarristen der Gruppe überschattet. Einen entsprechend bitteren Beigeschmack hatte die Ankündigung von „Life in Exile“ wenige Wochen nach der traurigen Nachricht.

Shields bieten hierauf die übliche Bandbreite von wild bis sanft, klingen teilweise aber roher und unbequemer als so manche Genre-Kollegen. Als wahre Dampfwalze entpuppt sich etwa „Black Dog“, das mit tiefgestimmten, wummernden Gitarren ordentlich Groove entfacht. Auf eingängige Hooks verzichten Shield gleichwohl nicht. Eine Ausnahme markiert hier das ungestüme „Mother“.

Textlich spiegelt der Song die düstere und pessimistische Grundstimmung des Albums gut wieder: „Burried alive by my pain and suffering / I’ll sleep through the sunlight and rot in the night”. Das Gefühl der Verzweiflung in Anbetracht des Zustands der Welt und des eigenen Lebens zieht sich durch das ganze Album. Musikalisch legt es „Mother“ nun wirklich nicht auf Eingängigkeit, sondern eher auf maximale Action an.

Einen vollkommen anderen Weg schlägt das stimmungsvolle „White Ambers“ ein. Majestätische Riffs, kleinere Choreinlagen und der getragene Refrain entbehren nicht einer gewissen Portion Pathos. Das Feature mit Spencer Charnas von Ice Nine Kills passt wie die Faust aufs Auge – deren aktuelles (und tatsächlich ziemlich geniales) Album „Every Trick In The Book“ macht schließlich vor, mit wie viel Theatralik man Core anreichern kann. Gleichzeitig stellt Shields Sänger Joe Edwards auch in diesem doch eher ruhigen Song seine stimmlichen Qualitäten unter Beweis. Denn kommt Edwards im ersten Moment eher unscheinbar daher, lässt er von Zeit zu Zeit dermaßen markerschütternde Screams vom Stapel, dass wohl selbst Mitch Lucker höchstpersönlich hier anerkennend nicken müsste. Da ist es schon ein bisschen schade, dass Edwards Screams auf der Platte eher Ausnahme denn Regel sind.

Langweilig wird „Life In Exile“ aber auch zum Ende hin nicht. Denn mag man nach „Sibling“ womöglich annehmen, dass die Luft nun langsam raus ist, setzen Shields mit „Aokogahara“ einen gelungenen Schlusspunkt und wahren einen ordentlichen Spannungsbogen. Der Song mit dem ziemlich sperrigen Namen wird nämlich nicht nur von einem futuristisch anmutenden und in dieser Form recht unerwarteten Interlude eingeleitet („N35.E138“), sondern kann auch mit interessanten Riffs und intensiver Schlagzeugpassage nochmal mitreißen. Shields haben mit „Life In Exile“ somit einen wirklich gelungenen Erstling abgeliefert, welcher der Band mit Sicherheit einige Türen öffnen wird. In dieser zweifelsohne sehr schwierigen Zeit wäre ihnen das auch mehr als zu gönnen.

Autor Joshua Claaßen
Wohnort Goch
Beruf Schüler
Dabei seit Oktober 2015
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Top-Alben Ständig im Wandel, zu meinen Favoriten gehören aber auf jeden Fall: Stick To Your Guns - Diamond, Being As An Ocean - How We Both Wondrously Perish / Dear G-d, The Ghost Inside - Get What You Give, The Amity Affliction - Let The Ocean Take Me
Die besten Konzerterlebnisse Kann ich mich nicht festlegen, Stick To Your Guns und Being As An Ocean sind live aber immer ein absolutes Highlight!

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