Shoreline – You Used To Be A Safe Place

Band Shoreline
Label Uncle M
Musikrichtung (Emo)Punk, Melodic Punk
Redaktion
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Dass Münster ein kleines El-Dorado für Punkrock-Fans ist, sollte sich mittlerweile rumgesprochen haben. Eine florierende Musikszene und ein so solidarisches Miteinander unter Bands ist in dieser Fülle eher selten. Man muss nur einmal einen Blick auf die Danksagungen von „You Used To Be A Safe Place“ werfen: Bands mit Münsteraner Background in Hülle und Fülle. Da ist es am Ende wohl nur logisch, dass man auch in Sachen Label in der Heimat bleibt.

You should be old enough by now to keep your head out of trouble. I swear, I tried.”

Straighter melodischer Punkrock mit Emo-Einschlag – diese Schublade dürfte die Musik der vier Jungs wohl am besten beschreiben. Gewisse Ähnlichkeiten zu The Menzingers oder Idle Class lassen sich nicht leugnen und da trifft es sich gut, dass der Sänger von letzteren (Tobias Pelz) auch gleich noch als Featuregast vertreten ist.

Mit vier Tracks ist das Erstlingswerk nun bestückt und die haben es ganz schön in sich. Textstellen wie „It fades away, all of your strenght to stand the numbing sight of my aging face.“ gepaart mit den treibenden Gitarren und der Vielseitigkeit des Gesangs von Sänger Hansol sitzen – und so zeigt schon der Opener „Sad Kids To The Front“, wo die Reise hingeht und das diese ziemlich emotional werden wird. Auch „Recovery“ macht einfach alles richtig. Das Tempo aus dem Vorgänger wird mitgenommen und Feature-Gast Pelz reiht sich nahtlos in den zweiten Teil ein, sodass alles mit schönen Group-Chants abgerundet wird.

 

Vorabsingle „Breakfast (at 5 p.m.)“ ist dann nichts anderes als ein Hit. Die herrlichen Melodien, gepaart mit der Vielschichtigkeit des Songs lassen einen nicht stillsitzen und man kann gar nicht anders als mit einem Stich im Herzen zu tanzen. Das Ganze wird durch den heimlichen Star „Silent Friend“ abgerundet. Dieser geisterte bereits seit längerer Zeit als Demoversion durchs Internet und hat nun ein mehr als angemessenes Gewand verpasst bekommen.

Kluge und emotionale Lyrics dazu ein auf-die-Schnauze Drumpart im Kontrast zum trügerisch ruhigen Intro machen das Stück aus. Und am Ende schießen Shoreline dann aus vollen Rohren, sodass man nichts sehnlicher will, als die Faust gen Himmel zu strecken und aus voller Kehle „And the way you lie will be the way you die in the minds of our ones beloved poeple.“ zu schreien.

Alles in allem haben Shoreline auf „You Used to Be A Safe Place“ also alles richtig gemacht. Vier Songs die es auf den Punkt bringen und zeigen, dass man sich vor großen Vertretern der Szene nicht verstecken braucht. Wenn das erste Album die Klasse dieser EP halten kann, dann steht der Band eine blühende Zukunft bevor.

Autor Hero Perduns
Wohnort Osnabrück
Beruf Student
Dabei seit Oktober 2015
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Top-Alben Morrissey - Viva Hate, The Libertines - Up The Bracket, Joy Division - Unknown Pleasures, Muff Potter - Bordsteinkantengeschichten, Adolar - Zu Den Takten Des Programms, Verse - From Anger And Rage, Have Heart - The Things We Carry
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