Manche Alben entfalten sich erst nach mehrfachem Hören: Sind sie beim ersten Kennen lernen akzeptabel bis gut, wird schon spätestens beim dritten Mal bewusst: Die Songs können was. Das 13 Songs starke Debüt „Monolith“ von Sights & Sounds ist ein Paradebeispiel dafür. Durch das gelungene Nebenprojekt des Comeback Kid Sängers Andrew Neufeld wird einem erst einmal bewusst, dass der Kerl ja sogar richtig singen kann.
Ganz vom Hardcore entfernt sich Neufeld zwar immer noch nicht, doch befindet er sich dieses Mal in den sanfteren Gefilden des Genres…irgendetwas in Richtung Post-Hardcore und Screamo. Man braucht ja auch einmal Abwechslung!
Dass man die auch bekommt, wird schon beim Opener „Sorrows“ deutlich. Leise, fast sanft, integriert sich der Gesang in das Klangspiel des kompletten Songs. Gutes Lied, komisch nur, dass das fast instrumentale „Sorrows II“ erst kurz vor Schluss auf dem Album erscheint. Hätten auch hintereinander gepasst, aber was soll‘s. So einen kleinen Fehler kann man verzeihen, gibt es doch genug andere hörenswerte Schmankerl.
Dazu zählt definitiv „The Clutter“. Sieben Minuten Intensität vom Feinsten. Neufelds Stimme klingt verletzlich und schmerzhaft, begleitet von ruhigem Gitarrengeklimper. Zur vierten Minute wird es kurz lauter, bis es zu einem epischen Pianoende kommt. „Neighbours“ ist ebenfalls nicht zu verachten. Dort singen Kinder leise die Phrase „All my neighbours came“, unterstützt von mal hauchendem, mal schreiendem Gesang des Sängers. Auch das darauf folgende „The Furthest Truth“ glänzt durch abwechslungsreiches Songarragement.
Die eingängige Singleauskopplung „Reconcile“ und das drängende „Pillars“ vervollständigen den guten Eindruck: Sights & Sounds haben ein einzigartiges, eingängiges und experimentelles Album gezaubert.
Übrigens: Die guten Herren sind momentan auf Tour. Besucht sie doch einmal.


Review trifft mein Empfinden. Neighbours ist beste.