Silverstein – I Am Alive In Everything I Touch

Musikrichtung Post-Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
6

475.027.200 Sekunden. 7.917.120 Minuten. 131.952 Stunden. 5.498 Tage. Oder einfach 15 Jahre und 20 Tage. Genau so lange ist es her, dass in Burlington, Ontario, Kanada, von Shane Told, Josh Bradford, Richard Mc Walter und Paul Koehler eine Band namens Silverstein gegründet wurde und die vier zu Helden der Generation-My Space werden sollten. Doch wie das Leben so spielt, lief auch für Silverstein nicht alles glatt in 15 Jahren Bandleben. Vor allem Veränderungen bei den Mitgliedern – Billy Hamilton übernahm den Bass und die Backvocals, Leadgitarrist Richard Mc Walter wurde erst von Neil Boshard ersetzt, dieser wiederum etwa elfeinhalb Jahre später von Paul Marc Rousseau – machten es Silverstein nicht immer leicht.

Und doch haben sie es geschafft! Sie brachten es nicht nur auf vier EPs und neun Studioalben zwischen 2001 und 2013, nein, sie überstanden zudem den Emocore-Hype. Obwohl „überstanden“ hier nicht das richtige Wort zu sein scheint. Es wirkt vielmehr, als seien sie daraus gestärkt hervor gegangen. Nachdem nun seit „This Is How The Wind Shifts“ knapp zwei Jahre in die Lande gezogen sind und es ungewohnt still um die Band geworden war, ertönt mit „I Am Alive In Everything I Touch“ dieser Tage ein neuer Schrei nach Aufmerksamkeit. Einen Schrei, den man kaum ignorieren kann, denn diese Platte verdient ungeteilte Aufmerksamkeit.

Nach den leisen Straßengeräuschen von „Toronto (Abridged)“ gibt’s schon mit „A Midwestern State Of Emergency“ die gewohnten Gitarren auf die Ohren, gefolgt von dem charakteristischen Mix aus Metal, Post-Hardcore und Pop-Elementen plus Wechselgesang von Shane Told – Silverstein eben. Obwohl also längst bekannt wird das Ganze auch 2015 nicht langweilig, auch weil das Album erneut eine Geschichte erzählt. Eine Reise, deren Anfang und Ende sich jeweils in der Hauptstadt der Heimatprovinz befinden. Man erkundet die verschiedensten Orte und erlebt die unterschiedlichsten Dinge, doch irgendwann ist leider auch die schönste Reise zuende und Realität prasselt erneut auf einen ein. Man muss zurück nach Hause. An den Ort, den man eigentlich meiden möchte: “This place is called home but it’s not where I will stay, / It’s all temporary, I know I’ll never move away, / But I know this city will always feel strange, / This city is a stranger to me” (“Toronto (Unabridged)”) – Gänsehaut vorprogrammiert. Ein besseres Ende für dieses brillante zehnte Album hätten sich die fünf Kanadier kaum ausdenken können.

Es scheint, als habe sich das Warten gelohnt. Silverstein haben sich zwar seit ihrem letzten Album nicht groß verändert oder gar „weiterentwickelt“, große Momente hat dieses Album dennoch en masse. Die Kanadier gehören jedenfalls nicht zu denjenigen, die die übergroßen Erwartungen ihrer alten Fans enttäuschen.

Autor Leonie Wiethaup
Wohnort Nähe Münster
Beruf PR-Assistenz
Dabei seit Februar 2015
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Top-Alben Apologies, I Have None - London; The Wonder Years - No Closer To Heaven; Cold Reading - Sojourner; Shoreline - You Used To Be A Safe Place; Twoonacouch - And I Left
Die besten Konzerterlebnisse Jimmy Eat World @ Skaters Palace, Münster, Frank Carter & The Rattlesnakes @ Dour Festival, The M-Pire Strikes Back-Festival 2016

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