Slapshot – Make America Hate Again

Band Slapshot
Musikrichtung Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
4

Die alte Schule: Sie ist in der Erziehung oft gerne gesehen, wird sie doch mit Höflichkeit und guten Manieren assoziiert. Und genauso wird Old School im Hardcore immer noch gelebt. Ob man hier die Höflichkeit und die guten Manieren auch noch aufrecht erhält, sei aber mal dahin gestellt. Pro-Pain, Madball, Sick of it all und Slapshot halten diese Old School-Fahne wacker hoch. Natürlich nicht nur besagte, sondern viele weitere Bands haben seit ihren Anfängen ihren Stil und ihre Attitüde nicht verändert. Natürlich kann man jetzt einwenden, dass sich beispielsweise Madball durch ihr Sponsoring in der Attitüde verändert haben, aber das wäre zu leicht.

Slapshot hingegen hören sich seit ihrer Gründung 1985 durchweg gleich an und die Bostoner haben es auch nicht nötig, groß etwas zu ändern, solange ihre Fans sie munter weiter feiern. Mit „Make America Hate Again“ erscheint so nun das mittlerweile elfte Album der Band, wenn man die Live-Version und  die Greatest Hits mitzählt.

Und auf diesem bolzen sich Slapshot in gut 23 Minuten durch elf Songs und zeigen dem heutigen Amerika klar auf, was sie von ihm halten. Tophits sucht man – wie üblich – vergeblich, denn ein Slapshot-Album lebt bekanntlich nicht von der Kreativität und irgendwelchen Singalongs. So knallen sie von „Edge Break Your Face“ bis „One Last Chance“ ziemlich kompromisslos ihr Programm durch. Die Songs sind zu 90 Prozent in schnellem Tempo gehalten und natürlich aggressiv wie man es erwartet. Keine überproduzierten Parts, keine Spezialeffekte und im Groben nur auf das Entscheidende reduziert. So haben es Slapshot immer schon gehalten und so ist es auch auf „Make America Hate Again“ wieder.

Der Bass von Ryan Packer ist leicht verzerrt, das Schlagzeug von Corey Koniz auf hohe Geschwindigkeit ausgelegt, die Gitarren von Craig Silverman nicht all zu tief und Jack Kellys Vocals klingen stets schön angepisst.

Two sides fighting, nothing done. Two sides and there´s nothing won. You wonder why we can´t be friends, Make America hate again. Everything is fake, we fight among ourselves. How much we can take, make us hate again.

Musikalisch und textlich ist das alles im überschaubaren Rahmen gehalten, aber so kennt man Slapshot und wem das zu wenig ist, der kann ihnen relativ leicht aus dem Weg gehen.  „Make America Hate Again“ ist ein durchschnittliches Album, das weder überflüssig noch unverzichtbar ist.  Aber waren Slapshot das nicht immer schon?

 

Autor Tobi van de Wildmannen
Wohnort Tacherting
Beruf Monteur (Mobilfunk)
Dabei seit September 2016
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews, Berichte
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