Soul Control – Cycles

Album Cycles
Musikrichtung Hardcore, Post-Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
8

Soul Control kommen aus Rhode Island, einer kleinen Hardcore-Hochburg im Nordosten der Verneigten Staaten, in welcher auch schon Bands wie Verse des Licht der Welt erblickt haben. Die Band ist längst kein unbeschriebenes Blatt mehr in der internationalen Szene, erst kürzlich wurden Soul Control von Bridge 9 unter Vertrag genommen und bereits 2007 haben sie über Rivalry Records ihren ersten Longplayer mit dem Titel „Involution“ veröffentlicht.
Soul Control spielen modernen, leicht progressiven Hardcore, in welchem sich Einflüsse von Bands wie Quicksand oder auch Blue Monday wieder finden. Während „Involution“ nicht der Durchbruch der Band war, nehmen Soul Control mit neuem Sänger und einem neuem Full-Lenght mit dem Namen „Cycles“ ordentlich Anlauf um auch den Sprung nach Europa zu schaffen. Auf ihrer Tour zusammen mit Balance aus Schweden grasten sie im August viele Deutsche Städte ab und haben sich dadurch auch hier in die Köpfe der Menschen eingeprägt, nicht zu letzt durch die wirklich großartigen Performances. Das Soul Control nicht nur progressiven, sondern auch aggressiven und melodischen Hardcore spielen, das machen gleich die ersten Tracks auf „Cycles“ deutlich klar. „Silent Reality“ zeigt die komplette Bandbreite des Könnens dieser Band auf, „You‘d sing too“ könnte glatt auf der letzten Scheibe von Verse zu finden sein, so melodisch und tiefgründig kommt der Song daher. Lyrisch kann man sagen wird hier nicht neuer Grund bertreten, die Themen sind sehr ähnlich denen, die man schon oft von Bands wie eben Verse gehört hat, aber man kann jemanden ja nicht übel nehmen, wenn er die gleichen Gedanken hat wie jemand anderes, oder?
Deswegen sehe ich das auch nicht wirklich als Kritikpunkt an. Soul Control wechseln in ihren Songs oft das Tempo, besonders „Fundamental Forces“ ist ein Beispiel dafür, außerdem bietet der Song eine wirklich tolle Gitarrenuntermalung. „Flux“ ist neben „Like Spiders“ ein Titel welchen Soul Control letztes Jahr schon auf ihrer „Four Singles“ EP veröffentlicht haben. Groß verändert wurden die Lieder jedoch nicht, nur neu aufgenommen. Das mag zwar einfallslos klingen, aber nach wie vor sind beide Songs wirklich gut. „End Times“ ist ein Auf-Die-Fresse-Song, schnell und aggressiv, sprengt aber nicht das Bild von „Cycles“ und bietet gegen Ende hin ordentlich mit-gröhl Potential. Soul Control haben mit „Cycles“ eine grundsolide Platte gemacht, welche sicher viele Abnehmer in der Szene finden wird. Auch wenn sich hier einige Parallelen zu den dahingeschiedenen Verse finden, Soul Control gehen dank ihrem progressiven Sound einen eigenen Weg und man kann sich sicher sein, das Soul Control sich langsam aber sicher zu einer der herausragendsten Bands der Szene mausern werden.

Autor Patrick Siegmann
Wohnort Göttingen
Beruf Doktorand
Dabei seit September 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Koordination Reviews, News
Top-Alben Viel zu viele. "Songs To Scream At The Sun" von Have Heart ist aber definitiv eines von den Alben, die mich am meisten geprägt haben.
Die besten Konzerterlebnisse Auf jeden Fall vorne mit dabei: Have Heart, Shipwreck AD, Rise And Fall und AYS in der Roten Flora in Hamburg, Juli 2009

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