Soulground – Life Ends

Album Life Ends
Band Soulground
Musikrichtung Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
6

Düsteren, moshigen Hardcore gibt es mittlerweile wie Sand am Meer und man hat oft den Eindruck, dass eine Band der anderen gleicht. Wird auf Dauer halt irgendwann auch extrem langweilig und eintönig. Doch dass das nicht immer so sein muss bewiesen Soulground aus Berlin spätestens seit ihrer 2014 veröffentlichten Demo. Auch die darauf folgende 7“ (“Paradise“) erstrahlte im ganz eigenen Charme und bestach durch ihre mystisch düstere Art, die dazu einlud seine komplette Inneneinrichtung zu zerstören. Doch das soll noch nicht genug des Guten gewesen sein. “Life Ends“ – ist die erste 12“ der Jungs, die wahrlich einem Manifest gleicht.

Was ruhig beginnt, endet meistens in einer wilden Schlacht. So startet “Life Ends“ mit melodischem Gitarrengezupfe und wirren, erzählenden Stimmen bei denen sich direkt die Nackenhaare aufstellen. Das es hiernach vermutlich ordentlich was auf die zwölf gibt lässt sich nur unschwer erahnen – und so soll es auch kommen. So startet das wütende Unheil rau, fies und unkonventionell und es wird schnell deutlich, dass das hier kein gemütliches beisammensitzen im Kerzenschein ist. Denn hundsgemeine Riffs, gehässige Vocals und wütende Drums knipsen dem Candle Light Dinner ganz fix die Lichter aus. Ein Schleier aus Mystik breitet sich aus und begräbt alles menschliche wie eine Lawine. Schon auf der davor erschienenen EP “Paradise“ und der Split mit Tides Denied nahmen Soulground uns mit auf eine dunkle Reise durch die Unterwelt. “Life Ends“ gräbt noch tiefer in den Wurzeln des Ursprungs und verankert sich durch seine unermüdliche Dringlichkeit, ohne dabei aufdringlich zu wirken. Von schleppenden Moshparts, über metallastige Akzente bis hin zu schnellen angepissten Elementen ist auf “Life Ends“ wahrlich alles vertreten, was man sich nur wünschen kann. Es erweckt den Eindruck, dass Soulground noch enger zusammengerückt sind um ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Hierbei ist eine 12“ entstanden, die es in sich hat.

Der Preis für den fiesesten Sound geht auf jeden Fall an Soulground. Es ist der typische Soulground-Sound und der Wiedererkennungswert, der auch diese Scheibe zu etwas außerordentlichem macht. “Life Ends“ verbirgt zwölf Tracks, die wirklich wie das Lebensende klingen und einem wenig Hoffnung auf bessere Tage machen.

Autor Manuel Lohschmidt
Wohnort Jever
Beruf Social Media Manager
Dabei seit August 2013
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