Soulground / Tides Denied – Split

Album Split
Musikrichtung Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
7

Eine Split trennt oft die Spreu vom Weizen. Vor allem dann, wenn sich zwei Bands zusammentun, die ihr komplett eigenes Rennen fahren und man sich denkt – wie zum Geier kommen jetzt genau diese beiden Bands darauf eine Split zu machen? Doch in diesem Fall liegen Spreu und Weizen näher beisammen als man denkt, was eigentlich recht verwunderlich ist. Denn Soulground und Tides Denied unterscheiden sich von Grund auf. Aber vielleicht ist genau das der ausschlaggebende Punkt dafür, eine Split in genau dieser Formation ins Leben zu rufen. Denn wer jetzt von Anfang an denkt, das passt so gar nicht zusammen, der irrt sich gewaltig!

Den Anfang machen die bösen Buben aus Berlin – Soulground. Dass die Jungs musikalisch keine Kinder von Fröhlichkeit sind, sondern eher die brachiale Schiene fahren und fiese Töne anschlagen, ist nicht unbekannt und auch alles andere als schlimm. Und schon während der ersten Sekunden vom Opener „All Falls Down (Intro)“ würde man sich am liebsten unterm Bett verstecken, weil man direkt spürt, was da gleich noch Böses auf einen zukommt – Riffgeballer aus der Hölle, ohne Umwege, mitten ins Gesicht. Bei „Flickering Void“ werden dann alle verfügbaren Brennstäbe gezündet. Geradlinig, rabiat und ohne viel Klimbim. Schönes Pissed-Off-Brett, an dem es absolut nichts auszusetzen gibt. Mit „Rush“ endet die drei Song bestückte Seite von Soulground leider viel zu schnell, denn Soulground schaffen es, eine mystische und positiv unangenehme Stimmung hervorzurufen, die einen durch und durch fesselt, nicht los lässt und hungrig auf mehr macht. Typisch Soulground eben.

Auf der anderen Seite empfangen einen Tides Denied zunächst mit offenen Armen. Doch ebenso schnell bekommt man auch hier einen vor den Latz geknallt. Denn wer schon mal von den Jungs gehört hat, weiß, dass es ohne Kompromisse wild zur Sache geht, was schon auf dem Paradebeispiel „Remedy“ (2014) mehr als deutlich wurde. Und auch auf der Split wird nicht lange gefackelt. Tides Denied wissen mit Riffs umzugehen, klingen im Vergleich zu Soulground nicht ganz so arg böse und servieren einem mit „Erase The Seeds“ schon zu Beginn die Tanzschuhe auf einem goldenen Tablett. Knackige Riffs und klare Strukturen führen einen Stück für Stück durch den ersten Track.

Wer jetzt vermutet die heißen Sohlen beiseite legen zu können, hat sich geschnitten. „G.T.F.O“ (Get The Fuck Out) lädt bereits ab Sekunde eins zum Moshen. Und wer eine gute Kondition hat, hat 2:13 Minuten Zeit sich sämtliche Gelenke ordentlich auszukugeln. Wer daraufhin allerdings auf eine Verschnaufpause gehofft hat, um seine Gliedmaßen wieder zusammenzusuchen, wird ebenfalls enttäuscht. Mit „Pursue No Plan“ setzen Tides Denied noch mal einen oben drauf und man wird förmlich gezwungen sich zu bewegen, denn still stehen ist nicht. Erwähnenswert ist das perfekte Zusammenspiel zwischen Riffs und Drums und die vielen Taktwechsel, die das Ganze unfassbar interessant machen.

Soulground und Tides Denied beweisen mit dieser Split, dass es egal ist, wie unterschiedlich Bands letztendlich sind. Am Ende zählt es abzuliefern und das tun hier beide Bands auf ihre eigene Art und Weise. Wer also richtig Bock auf Mosh und Verwüstung hat ist hier vollkommen an der richtigen Adresse!

Autor Manuel Lohschmidt
Wohnort Hamburg
Beruf Social Media Manager
Dabei seit August 2013
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