State Champs – Around The World And Back

Musikrichtung Pop-Punk
Redaktion
Lesermeinung
4

Wenn es für kleine Kinder Zeit ist, ins Bett zu gehen, ist das Geschrei in der Regel groß. Bei den meisten legt sich das Sträuben jedoch spätestens im Laufe der Schulzeit – Schlaf hat schließlich auch seine positiven Seiten. Selbstverständlich gibt es aber auch hier Ausnahmen wie „I Don’t Wanna Go To Bed“, die neueste Single-/Videoauskopplung von Simple Plan unterstreicht. Dieser Song ist aber nicht ausschließlich ob seines Revoluzzer-Titels markig, sondern vor allem durch sein Songwriting und seine Komposition. Diese machen ihn nämlich schlicht und einfach zu einem grausamen Stück Musik, ohne welches die Welt auch sehr gut ausgekommen wäre. Die Kanadier klangen früher – und selbst zu „No Pads No Helmets“-Zeiten (2011) – ohne Frage bei Weitem besser.

Missen muss man diesen Klang heutzutage jedoch nicht, schließlich kann man sich einfach „Around The World And Back“ von State Champs anhören. Die Ecken und Kanten, von denen man noch bei ihrem Debütalbum „The Finer Things“ schwärmte, sind allesamt weg. Alles klingt (und teilweise zu) rund und seicht. Genau so, als solle das Album 1:1 als Soundtrack für den nächsten amerikanischen Highschool-/College-Liebeskomödienfilmstreifen herhalten. Die Musik auf „Around The World And Back“ ist eben Pop-Punk. Nicht mehr und nicht weniger. Und dabei weder besonders gut, noch besonders schlecht. Dafür aber auf Dauer recht langweilig und vorhersehbar. Es gibt treibende Drums, tanzbare Melodien, Ohrwürmer, Platz für rhythmisches Klatschen und Sing-a-longs – und selbstverständlich auch den für Pop-Punk-Alben fast schon obligatorischen Akustiksong („Around The World And Back“). Insgesamt macht diese Vielseitigkeit durchaus Spaß – nach dem dritten Durchhören war’s das aber. Selbst das titelgebende Akustikstück, bei welchem sich State Champs sogar weibliche Unterstützung an den Vocals geholt haben, juckt viel zu schnell niemanden mehr.

„Around The World And Back“ kann man sich anhören. Wenn man den Pop-Punk liebt, sollte man um dieses Album auch gewiss keinen Bogen machen. Durch ihre absolute Anspruchslosigkeit gehört diese Platte aber nichtsdestotrotz zu denen, die schnell im CD-Regal landen und aus diesem auch nur zu ganz besonderen Anlässen herausgekramt werden. Im Endeffekt ist der State Champs-Zweitling dann wohl doch eher ein Staubmagnet.

Autor Leonie Wiethaup
Wohnort Nähe Münster
Beruf PR-Assistenz
Dabei seit Februar 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews, News, Gewinnspiele
Top-Alben Apologies, I Have None - London; The Wonder Years - No Closer To Heaven; Cold Reading - Sojourner; Shoreline - You Used To Be A Safe Place; Twoonacouch - And I Left
Die besten Konzerterlebnisse Jimmy Eat World @ Skaters Palace, Münster, Frank Carter & The Rattlesnakes @ Dour Festival, The M-Pire Strikes Back-Festival 2016

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