Strife – Witness A Rebirth

Band Strife
Label 6131 Records
Musikrichtung Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
5

Raus aus dem Studio, rein in den Van! Dass diese Phase auch mal länger dauern kann, beweisen Strife aus Los Angeles. Außer unzähligen Liveauftritten in den letzten Jahren, war es um die ehemaligen Labelpartner von Legenden wie Earth Crisis oder Snapcase nämlich ruhig geworden. Wohl etwas zu ruhig für den eigenen Geschmack, denn mit „Witness A Rebirth“ ist unlängst ein neues Album erschienen. Wurde auch Zeit, denn immerhin liegt die letzte Veröffentlichung, nach der Abkehr ihrer Straight Edge Einstellung, über eine Dekade zurück. Stellt sich nur die Frage, ob „Witness A Rebirth“ nochmal an den Erfolg alter Tage anknüpfen und das 2001er Album „Angermeans“ toppen kann?

Nach über zehn Jahren ohne neues Material, dürfte sich auf den langen Touren durchaus Material für ein neues Album angehäuft haben. Man sieht die Welt und viele ihrer Facetten, erlebt andere Kulturen und mit etwas weltoffenheit nimmt man unglaublich viele Eindrücke aus jedem Land mit. Eigentlich müsste man all das nur zu Papier bringen und könnte mit den Texten und Songs einen ganze Reihe an Alben veröffentlichen. Hinzu kommen noch neue Bandmitglieder und die Reife des Alters, die beim Schreiben eine große Rolle spielen könnten. Stellt sich nur die Frage, warum Strife nicht davon profitieren und stattdessen die ewig gleichen Themen behandeln. Somit tragen die Songs auf „Witness A Rebirth“ grundsätzlich austauschbare Titel. „Show No Mercy“, „No Apologies“ und „End of Days“ sind da nur ein paar Beispiele einer ganzen Reihe. Die Titel allein wären ja auch noch vertretbar, wären die Texte nicht nach demselben Strickmuster konzipiert. Ausgeklügelt und elegant klingt anders. Es wird nichts bereut, für den Feind gibt’s keine Gnade und selsbtverständlich wird sich für nichts entschuldigt, während die Gitarre ein und dasselbe Riff wieder und wieder zu gniedeln scheint. Viel Alleinstellungsmerkmale der einzelnen Songs sucht man vergeblich und der Bass scheint manchmal überhaupt nicht vorhanden. So wird es zunehmend schwerer den Überblick zu behalten und einzuordnen, bei welchem Song der Platte man mittlerweile angekommen ist. Das können selbst die Gastauftritte von Scott Vogel (Terror) und Billy Graziadei (Biohazard) nicht mehr ausbügeln. Und wenn einem dann die Zeilen „Never look back, always look forward!“ entgegenschlagen, fühlt man sich am Ende der Innovation angekommen und möchte nur noch die weiße Fahne schwenken, um der Monotonie und Phrasendrescherei Einhalt zu gebieten.

Wenn die Musik die höchste aller Kunstformen darstellt, sind wir hier ziemlich weit unten angekommen. An manchen Wiedergeburten muss man nicht teilgenommen haben und nachdem der letzte Song „Life or Death“ ausgeklungen ist, muss man sich wirklich die Frage stellen, ob das wirklich alles ist, was Strife nach so vielen Jahren zu sagen haben?

Autor Andreas Steiner
Wohnort Stuttgart
Beruf Redakteur
Dabei seit März 2011
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews
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