Strike Anywhere – Iron Front

Strike Anywhere - Iron Front

Strike Anywhere – Iron Front

Dieses Jahr scheint wohl das Jahr des amerikanischen Labels Bridge9-Records zu sein, nach vielen neuen Bands im Kader, wie den Briten von Dead Swans oder den grandiosen Defeater und überdurchschnittlich guten Releases wie „Chasing Hamburg“ von Polar Bear Club oder „Hell Is Empty“ von Ruiner kommt jetzt der nächste Knall: „Iron Front“ von Strike Anywhere.


Die Band ist ebenfalls erst dieses Jahr zu dem in Peabody, einem kleinen Ort wenige Kilometer vor Stadtgrenze von Boston, ansässigen Label gewechselt und hat vor wenigen Tagen ein Album über eben erwähntes Label auf den Markt gebracht. Die Scheibe trägt den Titel „Iron Front“. Wer in der deutschen Geschichte etwas bewandert ist, dem wird jetzt ein Licht aufgehen: „Iron Front“, zu Deutsch „Eiserne Front“ war eine Organisation, welche von der SPD in den dreißiger Jahren als Anti-Nazi-Bündnis ins Leben gerufen wurde, so gesehen der Vorläufer der heutigen Antifa. Allein der Titel also ist von Strike Anywhere schon sehr passend gewählt, denn die Band ist eine der Politischsten die es dieser Tage im Bereich des Hardcore/Punk-Rock gibt. Schon zu Zeiten ihres 2006 erschienen Albums „Dead FM“ waren die Jungs um Frontmann Thomas Barnett äußerst melodisch und politisch angehaucht und dieses Mal setzen sie sogar noch einen drauf, Fans sprechen hier von einem deutlichen Wandel der Band, keines Wegs aber einen in die falsche Richtung, ehr kehrt die Bands zu ihren Wurzeln zurück, vom melodischen Punkrock a lá Rise Against geht es geradewegs zurück in Richtung Hardcore-Punk. Schon die Anfang September erschiene Vorab-EP machte dem Hörer klar, dass es hier mächtig rund gehen wird. Aggressiver im Gegensatz zu den älteren Liedern der Band kommen die neuen Songs „Hand Of Glory“ und „Failed State“ rüber, fast kommen dem Hörer Ähnlichkeiten zu Anti-Flag in den Sinn, aber Strike Anywhere beweisen doch deutlich mehr Feingefühl als die Polit-Punker aus Pittsburgh und man merkt, dass hier mehr klassische Hardcore-Elemente drin stecken als noch bei „Dead FM“. Schon in den ersten Minuten wird einem klar gemacht, das kein Auge trocken bleibt und keine Seele unberührt: „Invisible Colony“ und „I’m Your Opposite Number“ leiten „Iron Front“ mehr als grandios ein. Melodisch und direkt nach Vorne gespielt präsentieren sich die Songs und man will sofort mehr davon. „Summerpunks“ driftet etwas ab in Richtung Pop-Punk, aber Strike Anywhere bleiben sich auch hier treu und unterstreichen diesen Song mit überaus gelungenen Lyrics. Auch bei „First Will and Testament“ wird einem klar, dass Barnett ein hervorragender Songwriter ist, denn seine Texten passen zur Melodik und Struktur der Songs wie die Faust auf’s Auge, noch dazu sind sie überaus durchdacht und regen den Kopf zum Denken an. „Spectacular“ und das abschließende „Postcards From Home“ beweisen ein tolles Zusammenspiel von Melodie und Härte und Zündstoff für eine enorm gute Live-Performance dank mächtig Sing-A-Long-Potential. „Iron Front“ ist ein unglaublich gutes Album geworden, zwar wirkt es manchmal etwas eingängig, da sich Strike Anywhere irgendwo zwischen Pop-Punk, Punk Rock und Hardcore befinden, aber durch gute Lyrics und die mitreißenden Passagen sowie Chöre kann man darüber mehr als hinwegsehen.

Autor Patrick Siegmann
Wohnort Göttingen
Beruf Doktorand
Dabei seit September 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Koordination Reviews, News
Top-Alben Viel zu viele. "Songs To Scream At The Sun" von Have Heart ist aber definitiv eines von den Alben, die mich am meisten geprägt haben.
Die besten Konzerterlebnisse Auf jeden Fall vorne mit dabei: Have Heart, Shipwreck AD, Rise And Fall und AYS in der Roten Flora in Hamburg, Juli 2009

Kommentare

  2 kommentare

  1. Mikey

    schönes review!!
    kompliment.

  2. Tim

    Also ich fand Strike Anywhere noch nie so toll, aber da sich das Review wirklich gut anhört bzw. liest, höre ich in den neue Album mal rein!

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