Strung Out – Songs Of Armor And Devotion

Band Strung Out
Musikrichtung Punk, Skatepunk
Redaktion
Lesermeinung
6.5

Die Urgesteine, die Fat Wreck Chords mitunter zu dem gemacht haben, was es heute darstellt, sind an zwei Händen abzuzählen. Lagwagon, Nofx, Good Riddance, No Use For A Name, Snuff, Frenzal Rhomb und Propagandhi. Und nicht minder haben auch Strung Out einen großen Beitrag zum Erfolg dieses Labels geleistet. Die Mannen aus Simi Valley in Kalifornien sind seit 1990 aktiv und haben schon 1993 beim damals noch jungen Label unterschrieben. Knapp ein Jahr später veröffentlichte die metallisch angehauchte Skatepunkband mit „Another Day In Paradise“ ihr Debüt, das heute zu den Klassikern des Genres zählt.

Sänger Jason Cruz, Bassist Chris Aiken, Drummer RJ Shankle und die Gitarristen Rob Ramos und Jake Kiley sind seitdem ununterbrochen aktiv. Waren das Debüt und sein Nachfolger „Suburban Teenage Wasteland Blues“ noch eher im typischen 90s-Punk anzusiedeln, so begannen sie auf „Twisted By Design“ damit hörbar Metaleinflüsse unter zu bringen und sich teilweise auch etwas in Richtung Hardcorepunk zu entwickeln.

Jetzt, pünktlich in Richtung 30. Geburtstag der Band steht das neue Album „Songs Of Armor And Devotion“ in den Regalen und auch das hat es in sich. Nachdem sich die Herren 2018 mit „Blackout In The Sky“ auf akustische Pfade begeben haben, steuern sie nun wieder ins bekannte Fahrwasser zurück.

Der Start ist mit „Rebels And Saints“ durchaus gelungen und funktioniert als Appetizer prächtig – zwar nicht in Strung Out-typischer Maximalgeschwindigkeit, aber dennoch sehr flott dringen die ersten schönen Melodien durch. Der Kenner wird vermutlich auch gleich ein paar Parallelen zu „Agents Of The Underground“ heraushören. Kein Wunder, denn Cameron Webb wurde auch damals schon als Produzent gewonnen.

Grundsätzlich bewegen sich die 13 Songs in sehr schnellem Gefilde, aber auch ein paar gefällige Lieder und Songteile in mittlerer Geschwindigkeit sind zu finden. So ist „Under The Western Sky“ einer der ausgefeiltesten und wohl besten Songs auf diesem Album. Eingängiges Riff, eingängige Gesangsmelodie, irgendwie destruktiv, aber trotzdem sehr gut anzuhören. Eine Mischung, die die Kalifornier freilich schon länger in ihrem Repertoire haben – siehe ältere Songs wie „Mind Of My Own“ oder „Ultimate Devotion“.

Zwischendurch bauen Strung Out auch immer wieder starke Gitarrensoli ein und geben so ihrer Neigung in Richtung Metal weiter Gewicht. Zum Abschluß geben sie dann noch mal einen kompletten Überblick über ihr Portfolio – in Form von zwei sehr starken Songs. „Strange Notes“ bedient sich hier noch einmal des schnellen Skatecores, bevor ein stark melodisches und mit Geschwindigkeitsbegrenzung versehenes „Bloddy Knuckles“ zum Finale aufspielt.

„Songs Of Armor And Devotion“ bietet alles so, was der Fan begehrt und sogar noch mehr. Strung Out zeigen ihr ganzes Können, sowohl im Songwriting, als auch in der Ausführung. Den Kaliforniern ist ein Album gelungen, das den leichten Abwärtstrend der Vorgänger – „Blackout In The Sky“ ausgenommen – korrigiert und wieder zu alter Stärke findet.

Autor Tobi van de Wildmannen
Wohnort Tacherting
Beruf Monteur (Mobilfunk)
Dabei seit September 2016
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