Super Unison – Auto

Album Auto
Musikrichtung Punk, Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
5

Punch meets Snowing – klingt komisch, ist aber so. Super Unison jetzt als „Supergroup“ zu bezeichnen, ginge zwar sicherlich etwas zu weit, dass die Mitglieder aber in der Lage sind, qualitativ hochwertige Musik zu produzieren, steht wohl bei Erwähnung dieser Namen außer Frage. Meghan O’Neil schreit zwar nicht so kathartisch, wie noch zu besten Punch-Zeiten, trotzdem kommt die Sache dieser Vorgängerband wohl etwas näher, als dem hibbeligen Emo-Punk von Snowing. Denn auch wenn Super Unison um einiges unaufgeregter agieren, als das bei Punch eben der Fall war: Der massive Punkeinschlag und die zackigen Riffs atmen durchaus mal die musikalische Luft der dahingeschiedenen Powerviolence-Pioniere.

Irgendwo zwischen Punk und Hardcore pendelt „Auto“ mit seinem rockigen Drive ein, knallt an den richtigen Stellen mal wütend los, lässt aber auch Platz für die ein oder andere Spielerei. Schnelle Riffs reihen sich aneinander, es wird auch mal repetitiv, ohne jedoch auf eine nervige Ebene abzurutschen. Ein leichter At The Drive-In Vibe stiehlt ich hier und da ans Tageslicht, insgesamt gibt sich „Auto“ äußerst progressiv und musikalisch erwachsen. Garniert mit ganz viel 90er Punk wird es teilweise sogar tanzbar. Man spielt gekonnt mit dem Effektpedal, wirkt aber zu keiner Zeit prätentiös, sondern bringt die Sache immer wieder ohne Umschweife auf den Punkt.

„Auto“ besticht als ausgeklügeltes Album, das sich nicht an gängige Trends anpassen will. Das Debüt-Album des Trios aus Oakland gewinnt durch einen frischen und eigenständigen Sound, eine nicht von der Hand zu weisende Authentizität und braucht letztlich die Vorgängerbands gar nicht, um für sich in der Hardcore- und Punklandschaft zu stehen und sich dort auch zielgerichtet zu verorten. „Auto“ ist kein wütendes Hassbrett, aber als Soundtrack für die nächste Revolution allemal geeignet.

Autor Sascha Schüler
Wohnort Magdeburg
Beruf Student
Dabei seit Juni 2010
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