The Amazons – Future Dust

Album Future Dust
Musikrichtung Indie-Rock
Redaktion
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Manchmal ist eine kurze Verschnaufpause genau das Richtige für eine Band. So war es auch bei den Briten von The Amazons. Kaum hatten sie die Veröffentlichung ihres Debüts und eine lange Tour hinter sich, sollte es eigentlich direkt ins Studio gehen. Doch dazu kam es erst einmal nicht.

“We were kicking ourselves for leaving it so late”, sagt Sänger Matt, “but rather than write, we were listening to old Led Zep, Bob Dylan and Yardbirds live albums, pretending to be busy on the EP. We loved how raw those recordings sounded and that’s what led us back to the blues.”

Und genau diese Einflüsse hat die Band nun auf ihrem zweiten Album „Future Dust“ verarbeitet. Elf Tracks, die eine düstere Stimmung zeichnen, dabei den Hörer aber nicht unbedingt mit runterziehen. The Amazons schaffen es, ernste Themen wie Depressionen, Essstörungen oder die Macht sozialer Medien in eingängigen Sing-along-Melodien zu verpacken. Dabei klingen sie ein wenig nach Bands wie Razorlight, The Wombats oder in Teilen auch Royal Blood.

Besonders gut gelingt der Band das alles im Song „25“. Mit den teils sehr virtuosen Gitarrenriffs, der eindringlichen Stimme und dem schlagenden Beat der Drums nehmen sie den Hörer mit den ersten Takten gleich ein. Aber auch „All over Town“, der schlagkräftige Anfangstrack „Mother“ oder „The Mire“ sind sehr hörenswert und gehen schnell ins Ohr. Auch eine Ballade mit viel Power hat es auf die Platte geschafft: „Warning Sign“ überzeugt mit dem exzessiven Einsatz von lauten Gitarren, die in Dissonanzen auch mal für Irritationen sorgen, und der glasklaren Stimme von Sänger Matt Thompson.

In Deutschland ist die Indie-Rock-Band eher noch ein Geheimtipp. Doch ihre Musik ist besonders für Fans der „Class of 2005“ und Britpop im Allgemeinen durchaus empfehlenswert. Und was dem Hörer auch sofort klar wird: The Amazons haben in dieses Album viel investiert – oder wie Thompson in einem Interview sagt: „Our souls are in these songs.“ Das kauft man den Jungs auf jeden Fall ab.

Autor Denise Frommeyer
Wohnort Mainz
Beruf Redakteurin
Dabei seit November 2014
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