The Amity Affliction – Let The Ocean Take Me

Musikrichtung Hardcore, Metalcore
Redaktion
Lesermeinung
5

The Amity Affliction kann man wohl als das nächste große Ding aus Down Under bezeichnen. Kaum eine australische Band konnte in den letzten paar Jahren ihre Fanbase derartig vergrößern. Somit umso verwunderlicher, dass erst 2012 ein großes Label wie Roadrunner Records auf die Jungs aufmerksam wurde. Die Band um Sänger Joel Birch besteht nämlich bereits seit fast einem Jahrzent und hat schon so manchen Kracher fabriziert. Das neue und vierte Album „Let the Ocean Take Me“ steht nun in den Startlöchern und die Erwartungen sind hoch.

Die neue Platte startet mit der ersten Singleauskopplung „Pittsburgh“, die bereits im April auf die Fans losgelassen wurde. Diese stampft anfangs noch energisch aus den Boxen, ehe dann ein griffiger, bis in die Haarspitzen überproduzierter Clean-Gesang den Weg in die Gehörgänge des Zuhörers findet. Dazu untermauern ein paar unausgeborene Melodien, ein tosendes Schlagzeug und das Organ von Joel Birch die Post-Hardcore-typischen Versatzstücke. Diese 08/15-Prozedur vollzieht sich leider über die komplette Albumlänge. Alles streckt und zieht sich künstlich wie ein Kaugummi. Das ist nicht nur einfallslos, sondern für den Zuhörer offenbart sich so bereits nach den ersten drei Songs das Gefühl, immer und immer wieder den selben Track zu hören. Zwar hat das neue Album auch durchaus seine ‚besseren‘ Momente, diese sind allerdings rar gesät: „Never Alone“ und „Give it All“ sind die einzigen Tracks, die wirklich aus dem Einheitsbrei herausstechen. Vor allem Letzterer beweist, dass die fünf Australier durchaus noch in der Lage sind, Höhepunkte zusetzen. Das 2010er Album „Youngbloods“ lässt grüßen, welches noch mit mehr solcher Songs aufwarten konnte.

Es ist schade zu sehen, wie The Amity Affliction am eigenen Anspruch scheitern. Zwar wird auch „Let The Ocean Take Me“ wieder ein Erfolg werden, da die Songs schön eingängig und melodisch sind, aber für den geübten Hörer ist das schlichtweg zu wenig aufregend. The Amity Affliction setzten mit ihrem vierten Album auf Sicherheit. Statt dem Hype und den Erwartungen gerecht zu werden, erleiden sie Schiffbruch. Irgendwie selbstprophezeiend, der Albumname. Man bleibt mit dem neuen Album zwar irgendwie präsent, aber um für ein Ausrufezeichen zu sorgen, wie man es noch 2010 mit „Youngbloods“, schaffte, nein meine Freunde, davon ist man hier Meilen weit entfernt. Schade!

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