The Bennies – Natural Born Chillers

Musikrichtung Punk, Electro, Alternative
Redaktion
Lesermeinung
6

Um heutzutage in der Flut an neuer Musik herauszustechen, muss man schon was draufhaben  – oder eben auch mit extravaganten Ideen um die Ecke kommen. Von Erfolg gekrönt ist das nicht immer, aber wenn man dadurch im Ohr oder Kopf des Hörers hängen bleibt, ist ein großer Schritt schon mal getan. Ein bunter Mix aus Elektro mit Ska und Punk ist eine von den eher ausgefalleneren Ideen.

The Bennies, 2009 als Madonna gegründet, haben genau diesen seltsamen Mix im Repertoire. Vielleicht haben sie einfach während der ein oder anderen Bong etwas  herumexperimentiert und das ist dann herausgekommen. Seit 2011 sind sie jedenfalls unter dem Namen The Bennies unterwegs und haben die Bühne auch schon mit Größen wie den Dead Kennedies oder Nofx geteilt. Anfang Februar erscheint nun ihr neuestes Werk „Natural Born Chillers“ – und das hat es tatsächlich in sich. Man muss sich zwar an dieses elektronische Zwischendurch gewöhnen, aber wenn man das mal akzeptiert hat, nimmt einen diese Platte sofort mit.

„Get High Like An Angel“ macht denn Anfang und man weiß spätestens jetzt, in welcher Konsumnische die vier Jungs angesiedelt sind. Zur Not erklären sie es einem in den ersten Zeilen des Openers netterweise aber noch einmal:

I get high like an angel and I scream like the devil, I break my mind I break my head and I´ll do it all again! 

Mit „Dreamkillers“ und „Destination Unknown“ folgen zwei Lieder klassischen Skapunks, die einem sogar im Winter schöne sommerliche Gefühle vermitteln. Mit einem angenehmen, nicht zu harten Gitarrensound und schönen Gesangsmelodien haben The Bennies defintiv Ohrwurmpotential – natürlich immer wieder mit elektronischen Parts untermalt oder hinterlegt. Weiter geht es mit dem Titeltrack „Natural Born Chillers“ und einem klaren Bekenntnis : Some say I´m lazy but I know I´m free! Der Song ist eine Dub/Ska – Nummer im gechillten Tempo und bei einem Bierchen (oder in ihrem Fall wohl eher eine Tüte) am Strand die perfekte Untermalung.

Aber sogleich wird die Ruhe gestört, denn plötzlich kracht „Ocean“ los. Mit Schreigesang und schnellen Drums, fast schon Skatepunk drischt das Ding los, um aber im Refrain mit schöner Melodie und „Uuuhs“ a la Beach Boys gleich wieder anders zu klingen. „Trip Report“ erzählt dann, wie der Name schon sagt, die besagte Geschichte und kommt fast rüber, wie eine Pause, bevor der vorletzte Song „Apathetic Revolution“ einen nochmal aus dem Sitz schleudert und die komplette Range der Australier aufzeigt.

Zum Abschluss der Genußreise durch „Natural Born Chillers“ geben The Bennies bei „Very Shit Carpet“ aber noch einmal richtig Gas und gönnen uns noch eine wilde Minute, bevor die Platte zu Ende ist. Am Ende ist man tatsächlich nur enttäuscht, dass es so schnell vorbei ist. Zwei bis drei Songs mehr hätten schon nicht geschadet, sofern die Qualität darunter nicht gelitten hätte. Aber was The Bennies hier abliefern, sollten sich Fans des Genres und solche, die es werden wollen, definitiv nicht entgehen lassen.

Autor Tobi van de Wildmannen
Wohnort Tacherting
Beruf Monteur (Mobilfunk)
Dabei seit September 2016
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