The Dangerous Summer – s/t

Musikrichtung Pop-Punk, Emo, Alternative
Redaktion
Lesermeinung
6.5

The Dangerous Summer haben in den mittlerweile zwölf Jahre ihres Bestehens eine Karriere hingelegt, die sich durchaus sehenlassen kann. 2007 und weniger als ein Jahr nach ihrer Gründung, konnten sie nicht nur bereits den Release ihrer Debüt-EP „There Is No Such Thing As Science“, später als „If You Could Only Keep Me Away“ erneut veröffentlicht, verweisen, sondern außerdem auf einen unterschriebenen Vertrag bei einem der inzwischen einflussreichsten Labels für alternative Musik: Hopeless Records. Es folgten Chartplatzierungen und innerhalb von nur vier Jahren gleich drei gefeierte Studioalben. Doch anstatt diesen Lauf weiterzuverfolgen, wurde es still um das Trio aus Maryland. Nun, vier Jahre später, präsentieren die Herren ihr „Comeback“.

Das selbstbetitelte Album soll standesgemäß das Werk sein, welches nicht besser für die jeweilige Band stehen könnte. Die Platte, die sagt „so klingen wir, so sind wir“. Seit 2006 stehen The Dangerous Summer für modernen, doch auch radiotauglichen Pop-Punk mit viel Energie und dem Potential für große Emotionen. Ihr selftitled-Album sollte also eigentlich auf allen seiner zehn Tracks ebendies zum Ausdruck bringen. Tatsächlich gelingt dies allerdings nur selten, den Löwenanteil hat man nämlich bereits nach kurzer Zeit schon wieder vergessen.

In seiner Rolle als Albumopener müsste „Color“ freilich von vorne bis hinten Spaß machen und nur so vor Energie sprühen. Realität ist dagegen, dass er bloß zum Ende hin etwas Fahrt aufnimmt. Lernt man die Band erst mit „The Dangerous Summer“ kennen, mag das verzeihbar sein, weiß man jedoch von der Stärke ihrer bislang geschriebenen Tracks, ist die Enttäuschung nicht weit – und genau wie die Belanglosigkeit geht sie auch so schnell nicht mehr weg.

Selbst das sich wirkungsvoll aufbauende „Valium“ oder „When I Get Home“ verlieren bereits nach dem zweiten Durchlauf ihre Attraktivität. Sie sind dabei zwar nicht so glatt, dass sie im großen Meer geschriebener Songs zum hoffnungslosen Untergehen prädestiniert sind, ganz im Gegenteil. Doch Songs in der Art haben vor allem in den letzten Jahren schon etliche andere Bands zu Papier gebracht. Heute interessiert sich somit kaum noch jemand dafür. Etwas länger in Erinnerung bleiben letztlich wohl nur drei Songs: „Wild Again“ mit einem Drumming, das sich durchaus sehen lassen kann, die langsame Ballade „Ghosts“ und die Single „Fire“, bei der man sich nostalgisch die vergangenen Tage zurück wünscht – erstmals sogar auf positive Weise.

„The Dangerous Summer“ kommt einem Paradebeispiel einer Band gleich, die sich besser auf ihrem angehäuften Ruhm hätte ausruhen sollen, anstatt ihn zwanghaft weiter ausbauen zu wollen. Sie waren mal groß und wurden nur zurecht gelobt und gefeiert, doch nun sind ihre starken Tage vorbei. Leider.

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