The Flatliners – Inviting Light

Label Rise Records
Musikrichtung Punk
Redaktion
Lesermeinung
6

Stillstand ist der Tod. Abgedroschen, ja, aber in etwa das Mantra, das die Flatliners seit gut 15 Jahren verfolgen und ihre Musik immer wieder ein wenig verändern. Vom Hardcore-beseelten Punkrock hin zum Melodischen. Die Fangemeinde wuchs beständig, wobei die Entwicklung der Herren nicht nur positiv aufgenommen wurde. Mit jedem Album machte sich auch Enttäuschung breit, die nun erneut dem Überkochen nahe ist.

Manch ein Kommentator in den sozialen Medien legte den Flatliners nahe, sie hätten „Inviting Light“ besser unter einem anderen Namen veröffentlicht. Bisweilen wird ihr Werdegang auch mit Rise Against verglichen. Ein Fazit: „I still love the band, but fuck this album“. Für einen Flatliners-Fan der ersten Stunde klingt „Inviting Light“ nun zwar wirklich gewöhnungsbedürftig. Doch gerade der hätte es ja eigentlich kommen sehen müssen.

Die vier Kanadier zeigen sich hier von ihrer ruhigeren, erwachseneren Seite. Die Herren machen dabei noch immer melodischen Punkrock, haben in den letzten Jahren aber stark an ihrem Songwriting gebastelt. Das Tempo wird gedrosselt, bei den Bridges munter herumexperimentiert. Hier soll hörbar ja nichts vorhersehbar klingen! So haben es zum Beispiel auch „Unconditional Love“ oder „Burn Out Again“ auf das Album geschafft. Beide mit Midtempo (wenn überhaupt) und so intensiv, wie man es sonst nur von Emo-Bands kennt. Ebenso „untypisch“ für die „Flats“ kommt auch der akustische Fünfminüter „Chameleon Skin“ daher. Mit der Zeile „Dress me up in your chameleon skin, I don’t want to remember who I’ve been” scheinen sie sich auch gleich noch für alle hörbar bestärken zu wollen, dass sie sich mit ihrem frischen Sound absolut wohl fühlen. Und das Wichtigste: Man kauft es ihnen ab!

Jeder Track klingt nach wir vor authentisch – ob es nun der heißgeliebte melodische Punk ist („Hang My Head“, „Nicotine Lips“, „Infinite Wisdom“) oder eben vergleichsweise experimentellere Stücke. „Invinting Light“ ist ein rundes, gelungenes Album von einer der besten Punkrock-Bands dieser Generation. Definitiv aber nichts für Ewiggestrige.

Autor Leonie Wiethaup
Wohnort Nähe Münster
Beruf PR-Assistenz
Dabei seit Februar 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews, News, Gewinnspiele
Top-Alben Apologies, I Have None - London; The Wonder Years - No Closer To Heaven; Cold Reading - Sojourner; Shoreline - You Used To Be A Safe Place; Twoonacouch - And I Left
Die besten Konzerterlebnisse Jimmy Eat World @ Skaters Palace, Münster, Frank Carter & The Rattlesnakes @ Dour Festival, The M-Pire Strikes Back-Festival 2016

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