The Gaslight Anthem – American Slang

The Gaslight Anthem - American Slang

The Gaslight Anthem – American Slang

Lange hat die neue Platte von The Gaslight Anthem aus New Brunswick nicht auf sich warten lassen, nicht mal zwei Jahre nach dem überragenden „The 59 Sound“ erscheint das als „American Slang“ betitelte dritte Album der Band um Mastermind Brian Fallon.
Der Aufstieg dieser Jungs in den vergangenen Jahren war beachtlich, vielleicht aber auch zu steil. Nun ja, so recht man weiß es nicht, denn nach Außen hin ist die Combo noch immer so cool wie zu ihren Anfangszeiten. Auch musikalisch hat sich nicht viel getan seit dem letzten Album.
Der Titeltrack „American Slang“ leitet das neue Album melodisch ein und klingt direkt so, wie man es sich wünscht: Fallon‘s Stimme ist gewohnt rau und die Musik im Hintergrund lieferte die nötige Unterstützung. Mal poppig, mal punkig, aber immer genau passend. Jedoch hat dieser Titel dem nachfolgenden „Stay Lucky“ nur wenig entgegen zu setzen, denn eben dieses Stück überzeugt durch einen mitreißenden Text und ebenso mitreißende Gitarrenklänge. Besonders die Zeile „Stop pacing around and waiting for some moment that will never arrive“ und die abschließenden Worte, welche Frontmann Brian von sich gibt, verleihen dem Song ein großes Maß an Emotion. „Bring It On“ und „The Diamond Church Street Choir“ packen kurz vor der Halbzeit des Albums aber noch einen drauf und bringen den Blues zum Ausdruck, welchen die Band immer wieder versucht in ihren Liedern unterzubringen. Besonders letzteres Stück weiß dabei voll und ganz zu gefallen. „Orphans“ auf der zweiten Hälfte von „American Slang“ lässt Gefühle an „Sink Or Swim“ wach werden, das 2007 erschiene, erste Album von The Gaslight Anthem, und ist somit wohl einer der treibenden Songs auf dieser Platte. Zusammen mit dem Titeltrack und „Stay Lucky“ ist es dieser, welcher American Slang in alter Punkrock-Manier vorantreibt. Was aber natürlich nicht heißt, das die anderen Stücke keinen Schwung haben. „Boxer“ überrascht mit einem ungewohnten Intro, entwickelt sich aber schnell zum klassischen Gaslight Anthem-Song, gegen Ende sogar mit leichten Mitgröhl-Faktor. Zum Schluss wird mit „Old Haunts“ und „We Did It When We Were Young“ noch mal ein, vielleicht zwei Gänge zurückgeschaltet, was dem ganzen etwas den Wind aus den Segeln nimmt. Es ist aber vor allem das abschließende „We Did It When We Were Young“, was zur kleinen Perle dieses Albums wird, insbesondere durch die tollen Lyrics. So kann man grob sagen, dass die neue The Gaslight Anthem ein Album ist, welches sich wie ein Aufstieg auf einen Berg gestaltet: Es geht nach oben, aber eben auch wieder nach unten. Während „The 59 Sound“ den Hype um die Band noch vollkommen rechtfertigte, bietet „American Slang“ so nur wenig Neues, ein paar Perlen sind dabei, aber alles erscheint längst nicht mehr so frisch wie noch vor zwei Jahren. Trotzdem, „American Slang“ ist ein durchweg solides Album, das auch längerfristig begeistern kann.

Autor Patrick Siegmann
Wohnort Göttingen
Beruf Doktorand
Dabei seit September 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Koordination Reviews, News
Top-Alben Viel zu viele. "Songs To Scream At The Sun" von Have Heart ist aber definitiv eines von den Alben, die mich am meisten geprägt haben.
Die besten Konzerterlebnisse Auf jeden Fall vorne mit dabei: Have Heart, Shipwreck AD, Rise And Fall und AYS in der Roten Flora in Hamburg, Juli 2009

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