The Gaslight Anthem – The ’59 Sound Sessions

Musikrichtung Rock, Alternative
Redaktion
Lesermeinung
4

Lobeshymnen vom Boss persönlich, ein Major-Vertrag und viele der prominentesten Bühnen der Welt. All das wäre den Jersey-Boys ohne „The ’59 Sound“ wohl verwehrt geblieben. Schon „Sink Or Swim“ war ein mächtiges Ausrufezeichen. Der Ruhm von The Gaslicht Anthem gründet aber auf ihrem bahnbrechenden Großwerk aus 2008. Nur recht & billig, dass zum zehnjährigen eine Geburtstagstour im Gange ist, obwohl die Band derzeit eigentlich Pause macht. Die „Sessions“ zur Sause taugen freilich bloß zum Sammlerstück.

Lediglich ein Song war vorher noch nirgendwo anders zu hören. Dafür versprüht „Placeholder“ genau den heillos-romantischen Spirit, der die Band einzigartig macht – und verrät gleich noch, wo der „Old White Lincoln“-Refrain herkommt. Die hochgeschätzten „Miles Davis & The Cool“, „The Patient Ferris Wheel“ oder „The ’59 Sound“ dagegen kommen wahlweise rauer, respektive etwas wilder daher. Hier und da hat Fallon an seinen Texten nochmal sachte nachjustiert. Obendrauf gibt es ein gefälliges „God’s Donna Cut You Down“-Cover. Das war es aber auch. „Our Father’s Sons“ ist zweifelsohne nett, aber sieben Jahre alt und auch Teilzeit-Fans längst bekannt. Bei „Film Noir“ sind die Unterschiede zum Original marginal und „High Lonesome“ ohne seinen brillant-hymnischen Refrain ist nur die Hälfte wert.

Große Songs sind und bleiben groß. Für einen freundlichen Reminder braucht es keine neue Platte. Doch das Wirken dieser Band kann kaum hoch genug gelobt werden. Fallons gefällige Solo-Stücke wirken mit jedem Auftritt der Band noch kleiner, als sie es sind. Auch das ist eine Message. Vielleicht die wichtigste dieses Geburtstags. Möge sie gehört werden.

 

Autor Benjamin Fischer
Wohnort Frankfurt
Beruf Journalist
Dabei seit Juni 2010
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Koordination Interviews, Redigat
Top-Alben The Gaslight Anthem - The '59 Sound / The National - High Violet & Trouble Will Find Me / Bon Iver - Bon Iver
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