The Kooks – Let’s Go Sunshine

Band The Kooks
Label Lonely Cat
Musikrichtung Indie-Rock
Redaktion
Lesermeinung
4

Wuschelhaare, Röhrenjeans, etwas unschuldig und doch verwegen: So haben The Kooks aus Brighton 2006 ihre Karriere begonnen – kurz nach den Erfolgen der Class of 2005, zu der unter anderem auch Indie-Rock-Bands wie Franz Ferdinand, The Wombats oder Bloc Party gehören. Gute-Laune-Indie-Rock mit durchaus nachdenklichen Texten, wie gerade ihr Debüt „Inside in inside out“ beweist. Die Wuschelhaare sind geblieben, die engen Röhrenjeans allerdings mussten zugunsten von Buntfaltenhosen und biederen Hemden weichen. The Kooks sind erwachsen geworden. Und damit auch nicht mehr so ungestüm wie noch vor zwölf Jahren. Deutlich glatter, deutlich durchproduzierter präsentieren sich die Briten auf ihrem neuen Album „Let’s go Sunshine“.

„And when the night is over and the drugs are gone“: Dieser Satz aus dem Song „Four Leaf Clover“ steht symptomatisch für diese Entwicklung. Die Party ist vorbei, Sänger Luke Pritchard hat sich neu verliebt, ein Gefühl, an dem er alle Welt teilhaben lassen möchte, was er zum Beispiel auf „Honey Bee“ ausgiebig tut. „I love you“ singt Pritchard mehrmals euphorisch, der Hörer hingegen ist ob dieser Platitüden schnell gelangweilt. „The Kids are alright“, „I want to break free“ sind nur zwei der weiteren textlichen Banalitäten. Musikalisch bewegen sich The Kooks auf einem schmalen Grat zwischen glatt produziertem Pop und Rock, Musik, die ohne Probleme als Hintergrund im Radio laufen kann, ansonsten aber eher wenig berührt.

Doch es gibt auch Lichtblicke: Das kraftvolle, schnelle „Pamela“ erinnert an die ersten Erfolge der Band wie „Always where I need to be“. Auch das eher poppige „All the Time“ ist gelungen. Ursprünglich als Blues-Nummer gedacht, ist es nun ein eingängiger Gitarrentrack über den Kampf der Liebe geworden. „I want you to be there when I die“, singt Pritchard und spielt damit auch auf den Tod seines Vaters an, den er schon in „See me now“ verarbeitet hat.

„Let’s go Sunshine“ wird nicht in die Annalen des Indie-Rocks eingehen. Es ist nett, aber nicht mehr als das. Und The Kooks können mehr, das haben sie schon mit früheren Songs bewiesen.

Autor Denise Frommeyer
Wohnort Mainz
Beruf Redakteurin
Dabei seit November 2014
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