The Lillingtons – Stella Sapiente

Musikrichtung Pop-Punk
Redaktion
Lesermeinung
4

Momentan haben poppigere Punkbands, wie Blink 182, Masked Intruder oder Teenage Bottlerocket ein durchaus ansehnliches Hoch. So dürfte es kaum wen überraschen, dass es ausgerechnet jetzt, nach 11 Jahren ohne Veröffentlichung, ein neues Album der Lillingtons gibt. „Stalla Sapiente“ nennt sich das gute Stück und erscheint auf dem allseits bekannten Fat Wreck Chords. Eines steht dabei außer Frage: auf Grund der Stimme von Kody Templeman muss sich das Werk fast zwingend an Teenage Bottlerocket messen lassen. Und bei aller Liebe: Es kann nicht annähernd mithalten.

Dem kompletten Album fehlt es an Spritzigkeit und auch der Einbau von verschiedenen Soundeffekten, wie in „Cult Of Dragon“, hübscht das Gesamtbild kaum auf. Das Machwerk umfasst zwölf Tracks, die durchweg bemüht sind, Abwechslung zu schaffen, was aber leider kaum gelingt. Es beginnt mit einem Instrumentalteil bevor der Song „Golden Dawn_Knights Templar“ richtig startet. Quasi ein 2in1 zum Auftakt. Mit „Insect Nightmares“ nimmt das Album dann seinen Lauf. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man hier auch genauso auf Teenage Bottlerocket tippen. Es ist leider einfach kein Unterschied zu hören. Sogar die Abmischung klingt ähnlich. „Night Visions“ und „K6“ machen es auch nicht besser und senken das Niveau eher, bevor der Hörer zum ersten kleinen Highlight der Platte kommen. „Zodiac“ ist ein guter Punksong, der etwas davon aufblitzen lässt, was auch bei The Lillingtons noch drin wäre.

www.youtube.com/watch?v=S-L6DOIAALA

Die nächsten Tracks bewegen sich, wie das ganze Album, im Midtempo. Die Gitarren sind relativ weich verzerrt und wer es basslastig mag, der kommt hier nicht auf seine Kosten. Die unumgänglichen „Aaaahs“ und „Uuuuhs“ verzieren fleißig die schönen Gesangsmelodien. Kurz vor Ende findet man dann doch noch einen kleinen Aufreger in Form von „They Live“. Der Song drückt plötzlich auf die Tube und das Riff klingt fast wie eine Geige aus einem Fiddlers Green-Song. Zum Schluss gibt es noch „Drawing Down The Stars“. Viereinhalb Minuten, in denen nur gefühlte 30 Sekunden mit Gesang sind, beenden ein durchgängig solides, aber in keinster Weise besonderes Album.

Für alle, die gerne ein bisschen Poppunk neben der Arbeit oder beim Duschen hören, ist „Stella Sapiente“ mit Sicherheit kein Fehlgriff. Aber wer die energetischen Songs von Teenage Bottlerocket liebt, der wird sich hier kaum in Ekstase hören.

Autor Tobi van de Wildmannen
Wohnort Tacherting
Beruf Monteur (Mobilfunk)
Dabei seit September 2016
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